• 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 750

     


    Guarani in Falle gelockt, um Verhaftung zu erreichen


     


    Eine Kommission mit 15 Vertretern von Organisationen, sozialen Bewegungen und Gewerkschaften haben am 20.01. das Lager jener Guarani besucht, die am 9.01. von ihrem zurück gewonnenen Land vertrieben wurden. Bei diesem Gewaltakt gab es eine Tote und eine Verletzte, zwei Jugendliche sind noch immer verschwunden. Die Guarani berichteten der Kommission, dass die Festnahme der Indios durch eine gestellte Falle erfolgte.


     


    Neue Fakten


    Der indigene Vertreter Ortiz Lopes über die Verhaftung der Indios, die beschuldigt werden, am 8.1.2007 einen Traktor gestohlen zu haben: „Der Fazendeiros von der Fazenda Madama kam zu den Indios uns sagte, sie könnten die Traktor benutzen. Der Anführer der Besetzung, Francisco Fernando, fuhr ab, um Essen für die Gruppe zu holen. Unterweg wurden sie von der Polizei angehalten und festgenommen. Francisco und drei weitere Männer blieben in Haft, die anderen kamen frei“.


     


    Ortiz kommentierte auch die Medienberichte vom 9.1. über den Diebstahl: „Die Guarani wurden nie befragt. Sie stützten sich nur auf die Angaben von Nicht-Indios. Das, was geschrieben stand, ist nie geschehen. Es gab keine Geiseln“.


     


    Untersuchung


    Die Untersuchung der Bundespolizei des Todes von Churetê Lopes ist noch nicht abgeschlossen. Die Zivilpolizei hat die Erhebungen zum Diebstahl beendet. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse hat die Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Diebstahl von landwirtschaftlichen Geräten erstattet. Wenn die Justiz des Bundesstaates die Anzeige annimmt, kommt es zu einem Prozess gegen die Indios.


     


    Besuch im Gefängnis


    Die Kommission begleitete Angehörige der Inhaftierten in das Gefängnis von Amambaí. Neben den Transportschwierigkeiten in die Stadt hätte man den Besuch fast verhindert, weil die Indios keine Lichtbildausweise hatten. Diese wurden nach ihrer Vertreibung aus dem zurück gewonnenen Land mit all ihren anderen Habseligkeiten verbrannt. Es gelang, die Hürde der Identifikation zu überwinden.


    „Es gab zwar keine physische Gewalt, aber alle fühlten sich respektlos behandelt und wollten schnell weg. Sie baten mich, den Prozess aufmerksam zu verfolgen“, berichtete Vize-Präsident des CIMI, Saulo Feitosa, und Mitglied der Kommission.


     


    Keine Nachricht vom Sohn 


    Joana, Mutter von Natalino, 16 Jahre, fürchtet um ihren Sohn, der seit 8.1. verschwunden ist. Der Junge wurde mit der Gruppe festgenommen, dann aber freigelassen. Er war nicht im Bus, der die Freigelassenen in die Aldeia Taquaperí brachte. Sie sah ihn das letzte Mal vor dem Kommissariat.


     


    Vermisst wird noch ein 14-jähriger Junge. Er wurde das letzte Mal gesehen als die bewaffneten und zum Teil maskierten privaten Sicherheitskräfte mit LKW und Autobus ankamen.


     


    Rückgewinnung


    Der Guarani-Kaiowá Ortiz Lopes, der in der Vorwoche in Campo Grande bei einer Pressekonferenz von lokalen sozialen Bewegungen war, erklärte auch die Gründe für die Rückgewinnung des traditionellen Gebietes Kurusu Ambá durch etwa 50 Familien: „Die Rückgewinnung ging von jenen Familien aus, die früher dort lebten. In ihrem jetzigen Lebensraum müssen sie mit vielen Schwierigkeiten kämpfen“.


     


    Ein Teil der vertriebenen Familien lagert nun am Straßenrand der MS-289 und hofft, dass die FUNAI eine Technikergruppe einsetzt, um Kurusu Ambá zu identifizieren.


     


    Brasília, 25. Januar 2007


    Cimi – Indianermissionsrat

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  • 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 749

     


    Die Tupinikim und Guarani lagern in Brasília und warten auf eine Anhörung durch den Justizminister


     


    Rund 50 Tupinikim und Guarani reisten von Espírito Santo nach Brasília, um über die Demarkierung ihrer Gebiete zu verhandeln. Seit gestern, dem 17.01., lagern sie vor dem Justizministerium auf der Esplanade der Ministerium und wollen unbedingt ein Gespräch mit Justizminister Márcio Thomaz Bastos. Der Streit um den Landbesitz zwischen Aracruz Celulose und den Indios dauert seit mehr als zwei Jahrzehnten an.


     


    Am 18.01. vormittags sprach die Gruppe im Lager mit der Referentin des Justizministers, Teresina Magalia, sowie mit der Direktorin für Grundstücks-angelegenheiten der FUNAI, Nadja Bindá. Sie kommentierten die Ablehnung einer Audienz mit Márcio Thomaz Bastos: „Der Minister wird weder die Indios noch Aracruz empfangen“, sagte Magali und die beiden wollten den Grund des Drucks der Indios wissen. „An dem Ort, wo wir leben, sie wir vielen Diskriminierungen ausgesetzt“, entgegnete Vilson Tupinikim.


     


    „Wir protestieren, weil der Minister seiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist. Er versprach den Erlass bis Dezember 2006. Bastos betonte damals, er spreche im Namen von Präsident Lula und dessen Bundesregierung ist diese Verpflichtung eingegangen“, so der Vertreter Tupinikim. Im Februar 2006 hat Thomaz Bastos die Regelung der Gebiete Tupinikim und Guarani bis Jahresende 2006 im Rahmen einer Legislativen Versammlung in Espírito Santo zugesagt.


     


    Aktivitäten


    Am Nachmittag des 18.01. ist ein Treffen mit dem Präsidenten der Kommission für Menschenrechte der Abgeordnetenkammer, Luiz Eduardo Greenhalgh, geplant. Gestern sperrte die Gruppe fünf Minuten lang eine Zufahrt zur Esplanade der Ministerien. Danach wurden die Indios von Referenten informiert, dass sie der Minister nicht empfangen werde und sie die FUNAI, das dem Ministerium angeschlossene Organ, aufsuchen sollten.


     


    Im Anschluss begab sich die Gruppe zum Präsidentenpalast und forderte eine Audienz mit Präsident Lula um von den Terminschwierigkeiten mit dem Justizminister zu berichten. Eine Audienz war nicht möglich, darum ersuchten die Indios um ein Gespräch mit dem Sonderreferenten des Präsidenten der Republik, Ricardo Collar, von dem noch keine Antwort auf die Anfrage vorliegt.


     


    Laut Gesetz kann nur der Minister über die Veröffentlichung eines Erlasses zur Festlegung der Gebietsgrenzen entscheiden. Am 16.11.2006 hat die Rechtsberaterin des Ministers das Verfahren der Demarkierung bestätigt. Nach diesem Schritt folgt die Entscheidung des Ministers, der dem Gesetz nach vier Monate im Verzug ist.


     


    Der Streit zwischen Aracruz Celulose und den Tupinikim und Guarani geht auf unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich des traditionellen Besitzes zurück. Die Gemeinschaften haben vier anthropologische Gutachten der Identifizierung der FUNAI. Das Unternehmen behauptet, dass es zur Zeit der Betriebsansiedlung auf diesem Territorium keine Indios gab.


     


    Ein konfliktreiches Jahr


    Am 20. Januar 2006 hat die Bundespolizei Indios vertrieben und deren zwei Aldeias


    mit aktiver Unterstützung von Aracruz Celulose zerstört. Dabei wurden 13 Indios verletzt. „Trotz der Schuld der Regierung für diese Polizeiaktion, die von unzähligen Verstößen gekennzeichnet war, wurde niemand zur Rechenschaft gezogen“, kritisiert die NGO Fase. Die Bundesstaatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen den Bund zur Wiedergutmachung der moralischen und materiellen Schäden angestrengt.


     


     


    Anfangs Januar starben zwei Kinder in der Region Rio Madeira (AM)


     


    Zwei Kinder vom Volk Piranhã starben in den ersten Januartagen und viele andere Indios leiden Malaria und bei einigen besteht der Verdacht auf Tuberkulose, beklagte den Generalkoordinator der Versammlung der Indigenen Völker Tora, Tenharim, Mura und Parintintin (OPITTAMO), Elton Rodrigues Paes. Er wirft der Nationalen Gesundheitsstiftung (FUNASA) vor, dass sie die Völker in der Region von Madeira, in den Gemeinden Manicoré und Humaitá, nicht entsprechend unterstütze.


     


    Die zwei verstorbenen Kinder stammten aus den Aldeias Cacaia und Santa Cruz am Fluß Maici in Humaitá. Ein Kind war etwa ein Jahr alt und starb wahrscheinlich an Deshydration. Ähnliche Symptome zeigten sich auch bei anderen Kindern dieser Aldeia. Das zweite Kind starb während der Geburt, berichtete Elton Rodrigues.


     


    Die Indios sind aufgebracht über den Anstieg der Erkrankungen und kritisieren die FUNASA. Das Gesundheitsteam der Behörde war im Juli 2006 das letzte Mal bei den Gemeinschaften der Pirahã. Danach kam das Team immer nur sehr kurz in die Aldeias und es war keine Zeit, um die Kranken umfassend zu betreuen, so die Indios.


    Die FUNASA wurde über mögliche Tuberkuloseerkrankte unterrichtet, aber bislang gab es kein Personal für die Vorsorgung. „Seit mehr als einem Jahr ist die FUNASA über steigende Krankheitsfälle in unseren Aldeias informiert, aber es wurden keinerlei Maßnahmen getroffen, sodass viele Indios an Malaria, Tuberkulose und anderen Krankheiten leiden. Wenn es keine Versorgung gibt, kommt es zu weiteren Todesfällen“, schlägt Elton Rodrigues Alarm.


     


    Am Fluss Marmelos, bei den Völkern Tora, Apurinã, Mundurucu und Tenharim sind viele Indios erkrankt, die meisten an Malaria.


     


    Bis Mai 2006 kümmerte sich die Koordination der Indigenen Organisationen vom brasilianischen Amazonien – COIAB um die Betreuung der Indios. Die COIAB leitete den Indigenen Sanitätsdistrikt Manaus. Da der Vertrag nicht mehr erneuert wurde, ist die FUNASA verpflichtet, für die Versorgung der Aldeias in der Region am Fluss Madeira zu sorgen. (J. Rosha) 


     


    Brasília, 18. Januar 2007
    Cimi – Indianermissionsrat

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  • 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 747


     


    2006 mindestens 40 Indios ermordet


      


    Ein vorläufiger Bericht über die Ermordung von Indios im Jahr 2006 des CIMI  weist 40 Opfer aus, 20 davon in Mato Grosso do Sul. In Bahia gab es vier, in Minas Gerais drei Fälle. Je zwei Tote waren in Rondônia, Alagoas und Mato Grosso zu beklagen. In den Bundesstaaten Roraima, Maranhão, Espírito Santo, Ceará, Acre, Pará und Pernambuco wurde je ein Mord verzeichnet.


     


    Aufgrund der Analyse der Zahlen, der Hintergründe, der Täter und der benutzten Waffen, appelliert der CIMI, dass die öffentliche Hand und die zivile Gesellschaft ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Situation in Mato Grosso do Sul lenken und nach dauerhaften Lösungen suchen.


     


    Die vorläufigen Daten werden noch von den Regionalbüros des CIMI ergänzt und erscheinen voraussichtlich im April im Bericht „Gewalt gegen die Indigenen Völker in Brasilien 2006“, der sich auf Mitteilungen der indigenen Gemeinschaften und Zeitungsberichte aus dem ganzen Land stützt. Im Vorjahr wurden 43 Mordopfer erfasst.


     


    Zahlen


    Bei 18 der 40 Morde wurden Indios als Täter erstbeschuldigt, in 18 Fällen blieb die Identität der Täter ungeklärt. Vier Verbrechen haben Nicht-Indios begangen. In Mato Grosso do Sul waren es je zehn Indios und Nicht-Indios.


     


    Als Waffen verwendeten die Täter Messer (15), Prügel (3), einen schweren Gegenstand (1), Schusswaffen (5). Unbekannt sind die Waffen der anderen Morde. Bei einigen Delikten waren Alkohol und Drogen im Spiel.


     


    Zwei Gewaltakte – einer in Bahia bei den Tupinambá und einer in Pará bei den Kayapó –  stehen in direktem Zusammenhang mit Landkonflikten.


     


    Analyse


    Wiederholt stellt der CIMI fest, dass die internen Spannungen zu Ungleichgewicht in den zwischenmenschlichen Beziehungen führen, Streit, Alkohol- und Drogenkonsum zur Folge haben und manchmal mit Mord innerhalb der eigenen Gemeinschaft enden.


     


    Mato Grosso do Sul


    Hier hat sich die im Vorjahr festgestellte Tendenz gefestigt und manche Mordmotive von Indios an Indios scheinen einfach, etwa Missverständnisse, Ehestreit oder Familienfehden und erfordern besondere Beachtung. Zu den historisch begründeten Beschränkungen der Guarani und Terena kommen die steigende Ausbeutung ihrer Gebiete durch die Sojaproduktion und die geringste Anzahl der Demarkierungen hinzu.


     


    Es darf nicht länger Zeit verloren werden mit Diskussionen ohne Taten. In diesem Sinn sind die öffentliche Hand und die zivile Gesellschaft dringend zum Handeln aufgefordert, ausgehend von folgenden Fragen:


    * In welche Richtung entwickeln sich Aktivitäten des Staates in der Region, dass es noch immer so viele Mordfälle gibt?


    * Welche Ursachen und Formen hat die interne Gewalt?


    * Unter welchen Bedingungen lebt dieses Volk: wie überlebt es? Gibt es Arbeit? Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit? Gibt es Land für die Bewirtschaftung?


    * Wie hoch ist die Bevölkerungsdichte? Welche Auswirkungen hat sie auf die Umwelt? Welchen Einfluss hat sie auf die soziale Organisation des Volkes? Führt sie zu Spannungen unter den Angehörigen?


    * Wie leben die Jugendlichen? Welche Chancen haben sie als Bauern oder als Handwerker? Welche Perspektiven haben ihre Pläne einer Familiengründung? Wo können sie mit ihrer neuen Familie leben? Wird das Spannungen mit sich bringen?


    * Wie ist die Bodenbeschaffenheit in diesen Gebieten? Kann hier noch  produziert werden? Welche Lösungen gibt es, wenn Land für die Bewirtschaftung fehlt?


    * Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Morden und den Selbstmorden, welche Bedeutung hat die Internalisierung von externen Konflikten unter ethno-kulturellen Aspekten betrachtet?


     


    In Mato Grosso do Sul konzentrieren sich die Morde in drei Städten: sieben in Amambaí (Gebiete Limão Verde und Amambaí), drei in Japorã und drei in Dourados (in der Stadt sowie in den Bororó und Jaguapiru). Amambaí und Dourados gelten als bevölkerungsreichste Gebiete. Dort stehen den Guarani-Kaiowá weniger als 1 ha pro Person zur Verfügung, wie die Anthropologin Helena Rangel erhoben hat.


     


    Brasília, 4. Januar 2007


    Cimi – Indianermissionsrat


    www.cimi.org.br


     

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  • 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 746

     


    Justiz verurteilt Aracruz Celulose wegen Vorurteilen gegenüber Indios


     


    Dem Unternehmen Aracruz Celulose wird die Reproduktion und Verbreitung von Informationen im Internet und auf Druckwerken untersagt, die das Volk der Tupinikim und Guarani in Espírito Santo als Schwindler bezeichnen. Bei Nichtbefolgung ist eine tägliche Strafe von


    R$ 100.000 zu entrichten.


     


    Seit August verteilt die Firma in Schulen und auf öffentlichen Plätzen der Gemeinde Aracruz Broschüren über die indigene Frage und bezeichnet die Gemeinschaften der Region als „angebliche Indios“ und verwendet noch andere diskriminierende Begriffe. Die Texte erscheinen auch auf der Website des Unternehmens.


     


    Das Strafverfahren gegen Aracruz wurde angestrengt durch die Staatsanwaltschaft der Gemeinde São Mateus hat das Verfahren gegen Aracruz Celulose angestrengt. Das Urteil fällte Bundesrichter Flávio Roberto de Souza von der 1. Kammer der Bundesjustiz in Linhares. Er argumentierte, dass der verbreitete Inhalt ein Klima für ethno-rassistische Konflikte zwischen Indios und der sie umgebenden Gesellschaft schaffe. 


     


    In den Händen von Thomaz Bastos



    Diese Entscheidung ist ein bedeutender Sieg für die Tupinikim und Guarani. Leider gibt es daneben einen Stillstand im Kabinett des Justizministers hinsichtlich des Verfahrens der Demarkierung von 11.000 ha des Gebietes der Gemeinschaften, das von Aracruz Celulose beansprucht wird.


     


    Vom 18.-20.12. waren 18 Vertreter der Gemeinschaften in Brasília, um mit FUNAI-Präsidenten Mércio Pereira Gomes und Justizminister Márcio Thomaz Bastos zu verhandeln. Diese Vorgangsweise ist Teil des Vertrages, der unterzeichnet wurde, damit die Indios aus dem von ihnen am 12. und 13.12. besetzten Gebiet Portocel abziehen, das Aracruz Celulose kontrolliert.


     


    Es gab keine Versammlung im Justizministerium. Am 19.12. verharrten die Vertreter mehr als vier Stunden vor dem Gebäude, wurden aber dennoch nicht empfangen.


    Die Indios wollten zumindest die Kopie des Verfahrens. „Wir kehren zurück und können der Gemeinschaft nichts zeigen“, so Kazike Wilson Tupinikim.


    „Wir wollten das Dokument, das beweist, dass die Akte beim Minister liegt. Man gab uns nichts. Bei der FUNAI beteuerte man, der Justizminister habe die Unterlagen nicht weitergeleitet. Wir werden im Januar wieder nach Brasília kommen“, garantierte der Kazike.


     


    Seit 12.09.2006 ist das Verfahren der Demarkierung der Gebiete Tupinikim und Guarani beim Justizministerium. Laut Dekret 1.775/96 muss der Minister bis zum 12.10. den Deklaratorischen Erlass veröffentlichen oder von der FUNAI weitere Erhebungen zum Fall anfordern. Die Lösung dieses Landkonflikts liegt bei Thomaz Bastos, der noch bis Ende Januar 2007 im Amt ist.



     


     


    Ein Jahr nach der Ermordung von Dorvalino noch immer gespanntes Klima in Marangatu (MS)


     


    Am 24.12.2005 wurde der Vertreter Guarani-Kaiowá Dorvalino Rocha von privaten Sicherheitskräften der Fazendeiros der Region Antônio João in Mato Grosso do Sul brutal ermordet. Ein Jahr danach ist der geständige Täter noch immer auf freiem Fuß und das Volk lagert auf einem kleinen Landstrick, das ihnen gesetzlich zugesprochen wurde.


     


    Dorvalino wurde zehn Tage nach der Vertreibung von rund 700 Guarani-Kaiowá aus dem im März 2004 als indigene homologiertes Territorium Nhande Ru Marangatu getötet. Gemäß der Entscheidung des Präsidenten des Obersten Gerichts, Nelson Jobim, haben mehr als 200 Bundespolizisten die Vertreibung vorgenommen. Jobim hat dem Antrag von Invasoren stattgegeben und die Auswirkungen der Homologation von Nhande Ru Marangatu außer Kraft gesetzt.


     


    Am 30.12.2006 hat die Gemeinschaft bei einem Gedenkakt anlässlich des Todestages die aktuelle Situation analysiert und einen Aktionsplan für 2007 ausgearbeitet. Die Lehrerin Guarani Lea Aquino über die Situation: „Das Sicherheitspersonal, zu dem auch der Mörder von Dorvalino gehörte, bedroht uns noch immer. Wir haben keine Möglichkeiten unsere Felder zu bestellen. Viele haben Angst, sich eine Arbeit zu suchen, denn überall sind jene Fazendeiros, die gegen uns sind. Wir haben auch keine Schulen für alle Kinder und die einzige Schule die wir haben, wird nicht anerkannt, da man sagt, das Land gehört nicht uns. Wir warten weiterhin auf Entscheidungen in unserem Verfahren. Die Lage ist überaus kompliziert. Aber wir lassen und nicht abbringen von unserem Einsatz“.


     


    Die Gemeinschaft hat sich an die Bundesstaatsanwaltschaft gewandt, damit Maßnahmen im Bereich Gesundheit, Bildung und Landfrage getroffen werden. Sie fordern auch eine Beschleunigung des Verfahrens gegen den Mörder von Dorvalino. Vor zwei Wochen wurden die Zeugen der Verteidigung und der geständige Angeklagte, Jimenes, verhört. Er bekräftigte, er bekräftigte seine These der legitimen Verteidigung.


     


    Brasília, 21. Dezember 2006


    Cimi – Indianermissionsrat


     

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  • 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 745

     


    Indios besetzen Hafen in Espírito Santo und drängen auf Demarkierung ihrer Gebiete


     


    Vom 12.-13.12.2006 haben an die 300 Indios Tupinikim und Guarani Portocel der Firma Aracruz Celulose besetzt, um die Regierung zur Demarkierung ihrer Gebiete in der Gemeinde Aracruz zu bewegen, die vom Unternehmen beansprucht werden.


     


    Gestern, 13.12., kamen rund 1000 Arbeiter von Aracruz Celulose und deren Partnerfirmen zum Hafen, um die Indios zu vertreiben. Einige Indios und ihre Unterstützer wurden angegriffen, darunter der Angeordnete Cláudio Vereza, der im Rollstuhl saß.


     


    Gegen 17:00 Uhr kam der Direktor für Umwelt von Aracruz Celulose und die Arbeiter haben das Gelände verlassen. Wenig später sind auch die Indios abgezogen.


     


    Am 18.12. werden 12 Vertreter Tupinikim und Guarani nach Brasília zu Gesprächen nach Brasília kommen. Geplant ist ein Treffen mit FUNAI-Präsident Mércio Pereira Gomes und wenn möglich mit Justizminister Márcio Thomaz Bastos. „Wir werden Brasília erst verlassen, wenn uns der Minister eine Entscheidung über unsere Gebiete gibt“, betont Kazike Toninho Tupinikim.


     


    Seit 12.09.2006 liegt das Gutachten der FUNAI, das die Demarkierung der Gebiete der zwei Völker empfiehlt, im Justizministerium vor. Der Minister hätte innerhalb von 30 Tagen den Deklaratorischen Erlass unterzeichnen oder weitere Informationen von der FUNAI anfordern müssen. Bislang ist aber nichts davon geschehen. Im Februar 2006 hat der Minister versprochen, diesen Erlass zu veröffentlichen, sobald die Dokumente von der FUNAI zur Verfügung stehen.


     


    Nationale und internationale Unterstützung


    Studenten der Bundesuniversität von Espírito Santo und Mitglieder der Landlosenbewegung und anderer sozialer Organisationen unterstützen die Besetzung der Indios.


     


    Am 12.12. gab es auch eine Manifestation im brasilianischen Konsulat in New York. Organisationen in Deutschland und Norwegen übergaben Petitionen zur Unterstützung der Demarkierungen an die brasilianischen Botschaften in ihren Ländern.


     


    Krahô-Kanela über Dekret zur Landenteignung erfreut


     


    Am 8.12.2006 wurde im Amtsblatt des Bundes das Dekret veröffentlicht, das jenes Gebiet enteignet, das die Gemeinschaft Krahô-Kanela in der Gemeinde Lagoa da Confusão (TO) künftig bewohnen kann.


     


    Die Krahô-Kanela sind glücklich und zugleich besorgt, denn der Kauf des Gebietes steht noch an. Laut Referentin der FUNAI wird morgen die Freigabe von R$ 8 Millionen durch das Nationale Institut für Kolonisierung und Landreform für diesen Kauf abgeschlossen. Danach werden die erforderlichen Formalitäten für die Enteignung des Landes erledigt.


     


    Am 27.12. findet in der Aldeia Mata Alagada ein Fest statt, zu dem Organisationen, Parlamentarier, Referenten der Regierung und Freunde, die den indigenen Einsatz begleitet haben, eingeladen sind. Die Krahô-Kanela wollen das Ende ihrer 30 Jahre dauernden Wanderschaft feiern. In all den Jahren wurden sie immer wieder vertrieben und landeten schließlich in einem Haus, das über der alten Müllhalde in Gurupi errichtet wurde.


     


    Brasília, 14. Dezember 2006


    Cimi – Indianermissionsrat


     

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  • 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 744

     


    Indios besetzen FUNAI in Acre aus Protest gegen Holzschlägerungen


     


    Eine Gruppe der Apolima-Arara aus dem indigenen Gebiet Arara do Amônia in der Gemeinde Marechal Thaumaturgo (AC), besetzte am 6.12. das Gebäude der Organisation der Indigenen Völker vom Fluss Juruá (OPIRJ) in dem auch die FUNAI der Gemeinde Cruzeiro do Sul ein Büro hat.


     


    Drei Tage waren die Indios im Boot nach Cruzeiro unterwegs. Mit der Besetzung wollen die Apolima die Demarkierung ihres Gebietes erreichen und Maßnahmen von der FUNAI und dem Brasilianischen Umweltinstitut – IBAMA gegen die Ausbeutung von Holz in ihrem Gebiet erzwingen.


     


    Am 18.11. beschlagnahmten die Indios ein Holzlager und das Transportboot.


    Nur die Bundespolizei reagierte darauf. Sie entsandte einen Mitarbeiter in die Region, um die Situation zu kontrollieren und ein Mindestmaß an Sicherheit zu gewährleisten.


     


    Die FUNAI und das IBAMA könnten die Probleme lösen. Heute sind die zwei Organe nicht zu einer Lagebesprechung erschienen. Die anwesenden Vertreter des INCRA, der Bundespolizei, des Landessekretariats für Indigene Völker und des Umweltinstituts für Acre forderten von der Bundesstaatsanwaltschaft, die FUNAI und das IBAMA zu einer Lösung zu verpflichten. Die indigenen Vertreter bei der Versammlung bekräftigten, den Sitz der OPIRJ solange besetzt zu halten, bis die Demarkierung ihres Gebietes und der Stopp der Holzausbeutung gewährleistet sind.


     


    Das jüngste Gutachten der FUNAI bestätigt zum dritten Mall, dass die 20.754 Tausend ha Gebiet der Apolima-Arara sind.


     


     


    Justiz ordnet Unterzeichnung des Verfahrens der Demarkierung des Gebietes Terena (MS) durch FUNAI an


     


    Die 6. Kammer des Regionalen Bundesgerichts der 1. Region lehnte einstimmig die Berufung der Invasoren des indigenen Gebietes Cachoeirinha der Terena in der Gemeinde  Miranda, Mato Grosso do Sul ab. Auf Grund dieser Entscheidung ist die einstweilige Verfügung nichtig, die verhinderte, dass die FUNAI den Prozess an das Justizminister zur Unterzeichnung des Deklaratorischen Erlasses weiterleitet. Der Spruch wurde im Amtsblatt der Justiz am 4.12.2006 veröffentlicht.


     


    Im September 2006 waren indigenen Vertretern Terena in Brasília bei Audienzen mit Gerichtsvertretern der 6. Kammer, damit diese die entsprechenden Verfahren zur Demarkierung von Cachoeirinha beschleunigen. Der berichterstattende Gerichtsrat Daniel Paes Ribeiro, versprach damals die Behandlung noch vor Jahresende.


     


    Die Nachricht über die gerichtliche Entscheidung erreichte die Indios am 2.12. im Lager Mãe Terra während eines Gedenkaktes zum ersten Jahrestag der Rückgewinnung ihres Landes. Die Terena sind besorgt über die Geschwindigkeit der FUNAI und des Justizministeriums bei der Behandlung des Falls: „Wir haben entschieden, dieses Land nicht mehr zu verlassen. Aber erst die Entscheidung der Regierung gibt uns Gewissheit, hier in Frieden leben zu können“, so Kazike Zacarias während des Gedenkens.


     


    Brasília, 7. Dezember 2006


    Cimi – Indianermissionsrat

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  • 26/01/2007

    CIMI INFO-BRIEF 743

    Indigene Bewegung verhandelt mit Präsidentschaft der Republik


    Nationale Kommission für Indigene Politik wieder auf der Tagesordnung


     


    Rund 30 Vertreter der nationalen Artikulation der indigenen Bewegung diskutierten diese Woche in Brasília die soziale Kontrolle der öffentlichen Politiken hinsichtlich der Gemeinschaften und die Beteiligung der indigenen Vertreter bei der Formulierung der Politik durch öffentliche Räte, die in den letzten Jahren zugenommen haben. Zur Sprache kam auch die Nationale Kommission für Indigene Politik, die seit fast zwei Jahren ein Thema ist, das nun wieder mit den Indios und dem Minister des Generalsekretariats der Präsidentschaft der Republik, Luiz Dulci, und dem Sonderreferenten der Präsidentschaft der Republik, César, Alvarez, behandelt wurde.


     


    Wie die Indios erachtet Alvarez die Formulierung von Indigenen Politikbereichen als notwendig. Derzeit werden sie ohne eine Instanz der Koordination, Planung und Festlegung von Prioritäten von verschiedenen Ministerien und Sekretariaten entwickelt. Unverzichtbar sei aber die Zusammenarbeit der indigenen Bewegung mit der Regierung.


     


    Genau diese Ziele steckte sich die Nationale Kommission, deren konkrete Ausformung aufgrund einer Intervention der FUNAI zum Stoppen kam. Die Kommission wurde durch ein Dekret des Präsidenten der Republik im März 2006 gegründet. Bis Mai sollten die Auswahl der Vertreter der Indios und der Regierung und die Installation der Gruppe erfolgen. Die indigenen Organisationen haben die im Dekret festgelegten Fristen und Erfordernisse erfüllt. Probleme gab es lediglich bei den Nominierungen, da nicht nur die Indios sondern auch die FUNAI Namen mit den indigenen Repräsentanten angab. Die Frist ist vor sechs Monaten abgelaufen. Die Kommission wurde nicht eingerichtet. In der vorletzten Novemberwoche hat die FUNAI endlich eine Namensliste an das Justizministerium übermittelt. Allerdings werden zwei Namen von den indigenen Organisationen APOINME und COIAB in Frage gestellt.


     


    Alvarez versprach den indigenen Vertretern innerhalb von zehn Tagen eine Antwort, ob bis zum Beginn des nächsten Jahres die Kommission eingerichtet werden kann.


     


    Politische Partizipation


    „Seit 500 Jahren gibt es keine öffentlichen Politiken weder für die Indios noch für die Schwarzen, die Armen und auch nicht für die armen Weißen. Die Leute möchten teilhaben an der Politik. Die Gewalt gegen unsere Völker ist eine Folge der verzögerten Gebietsregelungen. Heute gibt es neben den Pistoleiros auch private Sicherheitsfirmen, die beauftrag werden, um Leute legal zu töten“, betonte der Aiowá Anastácio Peralta während der Sitzung. „Wir wissen um die Schwierigkeiten, mit herkömmlichen Verhaltensweisen zu brechen und um den Einfluss von Fazendeiros, Unternehmen und Banken auf Parlamentarier. Wir wollen Politiken, die nicht nur assistenzialistisch sondern auch mittel- und langfristig angelegt sind“.


     


    Die Bereitschaft zur Partizipation bei der Ausarbeitung von Politiken hinsichtlich der indigenen Völker fand auch bei Minister Luiz Dulci Anklang. Trotz der Probleme gab es auch „teilweise Fortschritte“ der ersten Präsidentschaft Lulas – etwa die Demarkierung von Raposa/Serra do Sol – die in dein nächsten vier Jahren verstärkt werden müssen. „Während der zweiten Amtsperiode müssen wir mehr leisten als während der ersten“, so Dulci.


     


    Entwicklungsprojekte 


    Besprochen wurden auch der Bergbau und Wasserkraftwerke in indigenen Gebieten, nachdem Präsident Lula wenige Tage zuvor die Notwendigkeit betonte, die „Bremsen zu lösen“ bei der Entwicklung des Landes, die gehemmt ist durch die Umweltgesetze und die indigene Bevölkerung. Die Indigene Bewegung und Umweltorganisationen kritisierten sofort Lulas Reden. Bei der Versammlung forderten die indigenen Vertreter die Möglichkeit zum Meinungsaustausch über das Gesetzesprojekt für den Bergbau, das die Regierung an den Nationalkongress weiterleiten will.


     


    Öffentliche Politiken


    Das indigene Treffen befasste sich an diesem Donnerstag mit der indigenen politischen Partizipation, vor allem bei der Formulierung der Politikfelder und nicht nur bei der Implementierung. „Die indigene Vertretung in Räten wird oft nur als Rechtfertigung für die Politiken betrachtet. Die diskutierten Themen gehen nicht von uns aus und werden auch nicht mit uns beraten“, meinte Ilton Tuxá, der Vertreter der Völker aus dem Nordosten, vereint in der APOINME. Die indigenen Vertreter wollen eine noch stärker Bindung der indigenen Räte an die Gemeinschaft, als politische Basis.


     


    Mobilisierung der Guarani in São Paulo


    Dialog mit Justiz und Bevölkerung


      


    Besorgt über den fast völligen Stillstand der Gebietsregelungen und über die Behinderung der Demarkierung durch rund zwei Hundert Rechtsverfahren, reisten 50 Guarani aus Mato Grosso do Sul nach São Paulo. Dort trafen sie weitere 50 Guarani, die in der Stadt leben, Studenten, Professoren und Mitglieder von Bewegungen der Landlosen, der Schwarzen und für Menschenrechte. Gemeinsam veranstalteten sie am 29.11. eine Manifestation im Museum für Kunst auf der Avenida Paulista, einem der größten Unternehmenszentren des Landes.


     


    Es gab auch Audienzen mit der Bundessstaatsanwaltschaft in São Paulo und mit Bundesgerichtsrätin Diva Malerbi, Präsidentin des Regionalen Bundesgerichts der 3. Region. Der Kontakt mit der Judikative ist wichtig, weil alle Gebiete der Guarani in Mato Grosse Objekt von Rechtsverfahren sind, die teilweise an diesem Gericht verhandelt werden und die Demarkierungen stoppen.


     


    Verpflichtungen  


    Am 29.11. berichteten die Guarani der Gerichsrätin über die zurück gewonnenen, aber noch nicht identifizierten Gebiete, die bei Gericht angefochten werden können. Dadurch fehlt Land für die Bewirtschaftung und das hat Hunger zur Folge. Es steigt auch die Gewalt in unterschiedlicher Ausprägung, bis hin zu Ermordungen, die nicht untersucht werden und ungesühnt bleiben. Hoch ist auch die Selbstmordrate.


     


    Malerbi ging drei Verpflichtungen ein: Beschleunigung der gerichtlichen Verfahren bezüglich Indios, Untersuchung der Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft über Unterlassungen der FUNAI und mehr Druck, um die Anzeigen der Verbrechen gegen indigene Vertreter aufzuklären. Sie will auch mit Richtern in Mato Grosso sprechen, damit diese die Realität und die indigenen Recht besser verstehen. „Glaubt es, die Gerechtigkeit hängt auch von euch ab, sie kommt“, so die Gerichtsrätin abschließend.


     


    FUNAI-Präsident widerruft Kritik am CIMI



    Nach einem gerichtlichen Vergleich wurde der Widerruf des FUNAI-Präsidenten  Mércio Pereira Gomes hinsichtlich des CIMI in der Zeitung „Jornal do Commércio“ in Recife veröffentlicht. Gomes hatte bei Reden den Wahrheitsgehalt von Daten in Frage gestellt, die der CIMI im Januar 2006 über die Ermordung von Indios im Land publizierte.


     


    Brasília, 30. November 2006


    CIMI – Indianermissionsrat

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  • 25/01/2007

    Newsletter n° 750


    Guarani say it was a “trap” to arrest leaders. MEN BEING KEPT IN PRISON are visited by relatives


     


    A commission of 15 representatives of organizations, social movements and unions visited on Saturday, the 20th of January, a camp of the Guarani who were removed from a land that they had reoccupied in an episode that led to the death of a 70 years old indigenous person on January 9 and to the disappearance of two young people in the state of Mato Grosso do Sul. In the testimonies provided to the committee, the Guarani reported that the arrest of their main leader in the reoccupation action and of three other men was a “trap.”


     


    New facts


    Leader Ortiz Lopes reported how the indigenous people were arrested, under charges of having stolen a tractor on January 8. “The farmer from the Madama farm arrived there, talked to the leaders, and told us we could use the tractor. The leader of the reoccupation was using the tractor to bring food to the community, and then the police appeared. It was a trap,” he said. After the episode, leader Francisco Fernandes and many other Guarani were arrested. Four men are still in prison.


     


    When asked about other details of the alleged robbery reported by the press on January 9, Ortiz replied that the Guarani hadn’t had any opportunity to tell their version of what actually happened: “They only heard the version of non-indigenous people. The version of the indigenous people was not made public. What they published is not true, there were no hostages,” he said.


     


    Investigations


    The investigations being carried out by the Federal Police on the death of Churetê Lopes have not been completed so far. Another investigation carried out by the Civil Police has been concluded. Based on it, the Public Prosecutor’s Office (MPE) in the state charged the four indigenous people with having stolen agricultural equipment. If the charges are accepted by a state court, the indigenous people will stand trial.


     


    Visit to the men in prison


    The commission accompanied relatives of the men being kept in prison in the city of Amambaí to visit their relatives. Besides the difficulties they faced to go to the city, the indigenous people were almost prevented from entering the police station because they did not have identity documents with their photographs. The problem was that their documents were burned with all their belongings after they were removed from the lands they had reoccupied.


     


    Once the identification difficulties were solved, the group was allowed to pay the visit. “Nobody of the men complained of any physical violence, but they all said that they are being treated in a disrespectful way and that they were lured into a trap, and they insist that they must be released from prison and asked me to take care of their case,” said Saulo Feitosa, the vice president of Cimi who was a member of the commission.


     


    Without news from her son


    Joana, the mother of Natalino, a 16 years old adolescent, said that her son has been missing since January 8. The adolescent was a member of the group that was arrested under charges of theft. That night, women and children were released and the men were put in a cell in a police station. According to the mother, there was no room for the boy in the ambulance that was used to bring the people who were released back to the Taquaperí village. It was the last time she saw her son, in front of the police station.


     


    Another 14 years old boy is also missing. He was seen for the last time when the indigenous people were being removed from the land they had reoccupied by an armed group wearing masks which arrived in vans and a bus.


     


    Reoccupation


    The Guarani-Kaiowá leader Ortiz Lopes, who was in Campo Grande last week for a press conference organized by local social movements, also explained the reasons that led about 50 families to reoccupy the Kurusu Ambá tekoha (traditional land): “We decided to reoccupy the area when we managed to bring together old relatives who used to live there. We were facing many difficulties,” he said.


     


    The about 36 families that tried to reoccupy the lands are now camped along the MS-289 highway. According to Ortiz Lopes, the group expects the National Foundation for Indigenous People (Funai) to set up a technical group to identify the Kurusu Ambá territory.


     


    Brasília, January 25, 2007


     


     


     


     

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  • 25/01/2007

    A Amazônia que mudou quatro décadas depois



    Eu tinha 16 anos quando “estreei”, em maio de 1966, como jornalista profissional nas páginas de A Província do Pará, jornal diário fundado em 1876, por uma elite local, e adquirido por Assis Chateaubriand 70 anos depois. A partir daí, A Província passou a integrar os Diários e Emissoras Associados, império que dominou as comunicações no Brasil durante três décadas, só equiparável à atual Rede Globo, no trono por período equivalente.


    Entre o primeiro e o segundo semestre desse ano de 1966 “cobri”, testemunhei e relatei dois acontecimentos que mudariam os rumos da Amazônia. Um deles, em junho, foi o Simpósio Internacional sobre a Biota Amazônia, em comemoração ao centenário da mais antiga instituição de pesquisa científica da região, o Museu Paraense Emílio Goeldi, evento reprisado agora, 40 anos depois, pelo Museu e a Sociedade Brasileira para o Progresso da Ciência (SBPC). O segundo, em outubro, foi a Iª (e única, como Momo) RIDA (Reunião de Investidores para o Desenvolvimento da Amazônia), que resultaria na criação da nova política de incentivos fiscais, a ser executada por dois novos órgãos públicos: a Sudam (Superintendência do Desenvolvimento da Amazônia) e o Basa (Banco da Amazônia).


    Não por acaso, assim, as teias da minha vida se entrelaçaram aos fios – freqüentemente invisíveis a olho nu – da história da Amazônia, no seu mais recente e talvez derradeiro capítulo. Alguns batizaram esse capítulo, com apenas meio século de duração, de “a integração da Amazônia”, procurando defini-lo através de paralelos com a “corrida” ao Oeste americano, no século XIX. Eu prefiro chamá-lo de “conquista e submissão”, comparando-o à conquista – e submissão, à força – da África e da Ásia pelo colonizador europeu.


    A Amazônia, nessa transformação sem volta, é, antes de tudo, colônia. Não há mais exata conceituação para um lugar que é ocupado de fora para dentro, impositivamente. O conquistador chega com a régua e o compasso na mão, trazendo consigo um mundo, o seu mundo, para superpor ao mundo no qual se instala. A aculturação do colonizado não é uma faculdade: é uma imposição. A região é conquistada para ser transformada, para servir aos propósitos do colonizador.


    A Amazônia, uma particularidade e uma singularidade neste planeta, tem que deixar de ser Amazônia para ser “integrada”, incorporada, absorvida. O inferno verde precisa ser uma extensão do outland. Para se tornar moderna, contemporânea, precisa aceitar sua condição subordinada, de extensão da metrópole. Ainda que, num crescimento de rabo de cavalo, para baixo, ameace se tornar não um deserto vermelho, como previam os americanos Robert Goodland e Howard Irvin, na década de 70, mas uma savana africana. A Amazônia terá sido poupada por dois séculos para resultar na mesma selvageria destruidora da África e da Ásia.


    Em 1966 a Amazônia já acumulava muita história, mas tudo estava ainda por fazer. Apenas uma fração dos seus primeiros ocupantes, que nela se instalaram sete mil, oito mil ou talvez mais de 10 mil anos antes, conseguira sobreviver à sangrenta fixação do europeu à terra. Mas havia todo um universo de conhecimento a descobrir ou recuperar sobre a harmonia entre o homem e a natureza, a página do Gênesis que Deus deixara para o homem escrever, na observação que Euclides da Cunha fez no alvorecer do século XX, impressionado com aquele mundo ainda em formação, geologicamente imaturo, materialmente inconsolidado. Essa página em branco já tinha algumas garatujas, mas eram pequenas, feitas a lápis. Nada que a boa assepsia de uma borracha não eliminasse.


    Reino da luz, da água e da floresta, a desafiar os cânones do saber criados com base em outras paisagens, a Amazônia é – e é cada vez menos – o território ideal para um derradeiro experimento do homem, impenitente e impertinente homo agricola: o estabelecimento de uma civilização florestal, baseada no uso inteligente do bem mais nobre desse bioma, centrado na massa vegetal, fonte da maior biodiversidade da Terra.


    No entanto, eis que já ingressamos nos anais da história humana como o povo que mais destruiu florestas em todos os tempos. Em menos de meio século, mais de 700 mil quilômetros quadrados de floresta nativa postos abaixo. A velocidade e a amplitude dessa destruição impressionam.


    Em 1976 o satélite Skylab “fotografou” o maior incêndio registrado pela máquina de informação, provocando comoção internacional. O fogaréu de quase 10 mil hectares fora provocado pela Volkswagen, que se achava no sul do Pará produzindo não veículo automotor, sua especialidade exclusiva até então, mas boi, sua “desespecialidade”, para usar uma expressão neológica, que Lewis Carrol assinaria com embevecimento, dada sua aptidão para a linguagem surreal, a única que cabe à reprodução da insensatez padrão na conquista amazônica.


    Naquele momento, toda alteração das condições naturais da região ainda estava abaixo de 1% da sua superfície. Por causa do impacto da imagem do satélite americano, flagrando uma das empresas mais poderosas e vanguardistas de então, com a mão na mais primitiva tecnologia do homo sapiens, o fogo, a queimar a página da criação divina delegada ao homem, a Amazônia foi a primeira região a ser integralmente coberta por imagem de satélite, cinco anos depois do investimento pioneiro no Radam (Radar da Amazônia), programa de alta tecnologia que substituiria a cartografia convencional, só depois se estendendo ao restante do país.


    Na mesma Belém daquele já distante 1966, num intervalo de apenas quatro meses, os dois elementos antitéticos se apresentavam para encenar o drama, que freqüentemente degenera na farsa malsã: os “desenvolvimentistas” de um lado e os “conservacionistas” do outro, se me permitem usar conceitos tão pouco heurísticos. Os donos do capital e do poder, exercido diretamente ou através de seus representantes políticos, querendo expandir seus tentáculos sobre o sítio da natureza, conjuminando estratégias e enredos na Iª RIDA.


    Os representantes do conhecimento, reunidos no encontro acadêmico comemorativo ao centenário do “Goeldi”, empenhados em conciliar o fazer ao saber – e tentar aumentar o conteúdo de verdade desse saber. Os primeiros à frente, derrubando mata, levantando cidades, abrindo estradas, edificando hidrelétricas, semeando cultivos agrícolas, abrindo buracos nas entranhas da terra fecunda de minérios. Os segundos, ora ouvindo estrelas, ora juntando os cacos fragmentados, ora – e sempre – a lamentar a perda da oportunidade de conciliar o homem com a natureza na fronteira.


    Esta não é a terra nula e não é o espaço vazio dos militares e da sua geopolítica. Esta terra tem uma história densa. Para usar uma poesia tão significativa desde o título, do americano naturalizado inglês T. S. Elliot, esta é uma terra arrasada (ou devastada). É a fronteira amansada pelo bandido. Essa política de terra arrasada veio em círculos, em novos círculos dantescos, em vários momentos.


    Numa sucessão muito rica de uma história muito complicada, é assim a história da Amazônia, eventualmente tocando na história do Brasil. Nós, para todos os efeitos, até para os efeitos políticos, devíamos produzir a nossa história como uma história paralela de um país vizinho ao Brasil.


    E se de um lado nós temos a história da natureza, como ela é, de outro temos a história da cultura de quem viu a Amazônia a partir de expectativas, preconceitos e verdades pré-estabelecidas, raramente conseguindo ver a Amazônia como ela é. Imediatamente se lhe atribuem valores e muitas vezes os valores nada têm a ver com a constituição física e mesmo com a tradição histórica da região: o Eldorado, a Terra das Amazonas, o Inferno Verde, o Celeiro do Mundo, o Deserto Vermelho. Se nós não conseguimos ver essa história real, a natureza como ela é, nós vamos sempre impor um padrão que temos na cabeça em relação à Amazônia. A aproximação do real resultará sempre em distorção e colonialismo, em destruição.


    No romance Quarup, de Antônio Calado, há um capítulo sobre os índios. É um momento em que se confrontam os dois maiores sertanistas que já houve no Brasil, o Chico Meireles, que no romance aparece com o nome literário de Chico Fontoura, e Orlando Vilas Boas, que aparece como Vila Verde. Eles começam a discutir sobre o que fazer diante dessa sucessão de destruições fantásticas, destruições impressionantes, destruições ecológicas, antropológicas, sociológicas, históricas. Chico Meireles diz mais ou menos o seguinte: Só tem uma saída. Pegar os índios colocar em num avião da FAB e descer no Rio de Janeiro – que era a capital federal de então – e flechar o máximo de gente que puder até morrer o último guerreiro. Mas ele morre como guerreiro, não morre de sarampo, febre, diarréia. Pode um guerreiro morrer de diarréia?  É a solução do desespero, mas é a solução induzida pela realidade.


    Quando nós olhamos o futuro, muitas vezes temos que olhar para trás – “nós, civilizados”, entre aspas. Porque a história é o nosso maior patrimônio e nós pagamos muito caro pela história de vida. Eu gostaria de pensar o futuro sempre pensando em algumas situações do passado. Não vou remontar muito e nem exibir transparências para fazer uma reedição mais graciosa. Mas eu gostaria de remontar a um ponto traumático da nossa vida, do qual sempre iremos falar, que é a Cabanagem.


    Cinco anos atrás, David Cleary divulgou documentos que encontrou no Foreign Office, em Londres, publicados pelo Arquivo Público de Belém. No meio dos documentos reunidos, absolutamente inéditos, havia uma carta do embaixador da Inglaterra no Rio de Janeiro para Lorde Palmerston, que era então, em 1835, o ministro das relações exteriores da mais poderosa nação do planeta. Nessa carta, o embaixador informava que fora chamado para um encontro sigiloso com o paulista (sempre os paulistas!) Diogo Antônio Feijó, que governava o Brasil como regente em nome de D. Pedro II, ainda criança.


    Nessa reunião, Feijó informou que o nascente Império brasileiro enfrentava duas rebeliões, nos dois extremos do Brasil. Uma em São Pedro da Aldeia – o nosso atual Rio Grande do Sul – e outra na Amazônia, o Grão Pará e Rio Negro.O governo não podia reprimir os dois movimentos ao mesmo tempo. Por isso, decidira convocar não apenas o embaixador da Inglaterra, mas também os representantes da França e – pasmem – de Portugal, país do qual o Brasil ainda estava se libertando. Feijó sugeriu ao embaixador que reunisse mil homens da mais temida esquadra e invadisse Belém, matando quantos cabanos precisar, depois entregando a província “pacificada” ao Império, que ignoraria a invasão e as mortes.


    Perplexo, o embaixador narrou o encontro e sugeriu a Palmerston que não acatasse a sugestão. Lembrou-lhe que a constituição brasileira não permitia a presença de tropa estrangeira em território nacional. Só com a autorização do congresso tropas estrangeiras podiam entrar no país. Que isso seria uma guerra e que não valia a pena à Inglaterra. A Inglaterra tinha que respeitar a soberania brasileira, mesmo com a autorização de Feijó, dada, porém, secretamente.


    Nessa época a armada inglesa deslocara de Barbados para Belém uma expedição para averiguar ataque e saque praticado contra um navio mercantil inglês na costa do Pará. Toda a tripulação foi assassinada, exceto um sobrevivente, e a carga roubada. O comandante da expedição, depois de inspecionar Belém, ocupada pelos rebeldes, verificou que com apenas 150 fuzileiros poderia acabar com aquela rebelião. Não precisaria nem dos mil homens autorizados


    Essa documentação obriga a uma profunda revisão histórica desse período. Por que o Feijó fez essa proposta tão monstruosa, renunciando à soberania nacional? Por que, tendo que optar, optou pela revolta farroupilha, no Sul, e entregou a revolta do Norte à repressão estrangeira? O império negociou durante cinco anos, para que São Pedro da Aldeia não tentasse se separar do Brasil e formar um novo país.


    Mas nós, da Amazônia, do distante Grão Pará, que não tínhamos nenhuma relação com a capital nacional, que não éramos exatamente um igual, nós tínhamos que ser reprimidos porque éramos selvagens. Selvagens que não tinham história, que não podiam ser respeitados, nem naquela época e nem hoje.


    Não interessava se ingleses, franceses e portugueses matassem os bugres da Amazônia, talvez ainda dominados pelos colonizadores portugueses. Eles não eram iguais. Eram, na verdade, desconhecidos, integrantes de um Brasil tardio, atrasado, inferior. O Estado nacional lavava as mãos, queria manter a integridade nacional como um lastro para o projeto da hegemonia de um poder, de um colonialismo endógeno. Os estrangeiros fariam o serviço E até hoje, na maioria dos palanques, os líderes “neo-cabanos” de hoje dizem que os estrangeiros, sobretudo, a Inglaterra, não tomaram conta da Amazônia porque os cabanos resistiram, porque o presidente cabano Eduardo Angelim resistiu, porque ele recusou as armas que os ingleses lhe teriam oferecido para proclamar a independência da Amazônia. Toda uma mitologia baseada num ouvi dizer de um único testemunho escrito da época, de Domingos Antônio Raiol, autor do livro Motins Políticos, que começou a ser publicado 30 anos depois da Cabanagem.


    Na verdade, nem Inglaterra e nem França queriam naquela época transformar a Amazônia numa colônia. Era muito mais rentável explorá-la através do Estado nacional brasileiro, do capitão do mato, economizando recursos, investindo menos e extraindo mais, sem o custo da estrutura estatal metropolitana. Da mesma maneira como é por uma razão econômica que hoje se insere o conhecimento tradicional dos índios nos estatutos jurídicos internacionais.


    Essa é uma lição terrível. Nós, da Amazônia, precisamos nos relacionar com o mundo exterior. Não existe a nossa história sem esse relacionamento. Nós sempre estivemos diante do mundo e só nos afirmaremos face a ele. O que significa jogar no lixo a retórica da geopolítica militar, que tem feito um mal terrível à Amazônia.


    De outro lado, o Estado nacional nada nos diz. Nós fazemos parte de uma federação, unida por uma abstração, a língua nacional. Mas esse Estado nacional, não tem nada para nos dizer, nem nós a ele. Ele não é permeável a nós, não nos expressa, não nos representa. Ele se impõe a nós coercitivamente, de cima para baixo.


    Daí a Constituição de 1988 ter sido terrível para os interesses da Amazônia, a tal constituição-cidadão do nosso Ulysses Guimarães, que trabalhou sobre uma cláusula pétrea, inamovível, a organização federativa da república. Por ironia, essa constituinte foi convocada por um nativo híbrido da Amazônia, o maranhense José Sarney, o primeiro presidente civil desde 1964. Com essa cláusula prévia, ele traiu os interesses políticos e jurídicos da sua terra.


    Nós tivemos um outro momento de ligação espasmódica com o Brasil, na época da borracha. Para explicar nosso insucesso nessa época, inventamos mais uma mitologia, muito simpática e reconfortadora, de que só perdemos o domínio do mercado da borracha porque o inglês Henry Wickham, mais um estrangeiro na nossa vida, contrabandeou as sementes de seringueira lá de Santarém. Levou-as para se adaptarem no Kew Garden, em Londres, e depois foram plantadas no Oriente. Outro estrangeiro, o americano Warren Dean, no primeiro grande livro da história verdadeiramente ecológica do país, demonstrou a falácia: nós permitimos a saída legal das sementes da hevea brasiliensis. Talvez por estarmos convencidos de que Deus é realmente brasileiro e nos manteria com o monopólio.


    O mundo aprendeu uma lição nesse episódio: não podia depender do Brasil, da Amazônia, da biodiversidade. A Amazônia perdeu, com a borracha, uma guerra ecológica, experimentando o lado negativo de um caleidoscópio que lhe costuma ser favorável. A partir da perda do monopólio de produção e da expressão que nossa produção tinha, até se tornar insignificante no mercado internacional, nós entramos na nossa chamada Idade Média.


    Tão dominados somos pela mentalidade colonial, que um dos períodos mais ricos da nossa história nós chamamos de Idade Média, idade das trevas. Ninguém então nos dominava e ninguém nos exigia. Tivemos que fazer vários esforços, inclusive, para os capitalistas, o esforço mais dolorido, que é tirar dinheiro do bolso. Nossos capitalistas tiveram que investir nos negócios deles e correr risco, o que constitui a pedra de toque do capitalismo. Por isso, a pedra contrária é a do monopólio, ou do subsídio estatal, que tem sido a constante ao longo da história da Amazônia, desde a época de Pombal.


    E assim tivemos que dar conta das tarefas, entre as décadas de 20 e 40 do século passado, até que, logo depois do fim da Primeira Guerra Mundial, os Estados Unidos mandaram uma missão econômica, com a qual começava uma nova era na Amazônia. Essa história até hoje permanece nos arquivos estrangeiros, esperando um pesquisador que tenha paciência de ler documento primário sobre essa nova história, que agora é definitiva. Nós não vamos mais nos desligar do mundo. Queiramos ou não.


    Na década de 20, os Estados Unidos e o mundo começam a discutir para valer a Amazônia – para valer para eles, é claro. Queriam encontrar o caminho real entre os mitos de celeiro do mundo ou inferno verde. Verificaram que a Amazônia é muito diversificada, muito mais complexa do que pensavam.


    Aos poucos os estrangeiros foram aprendendo muito mais rápido do que nós. Porque eles tinham um projeto e nós não tínhamos. Eles tinham a tecnologia que nós não tínhamos, tecnologia compatível com o projeto que eles conceberam e que foi se adaptando, apesar de muitos erros cometidos, às peculiaridades locais. Começaram a descobrir que a Amazônia é diferente do resto do mundo tropical; que há alguma coisa específica nessa designação de Amazônia, a região que corresponde a mais da metade do território brasileiro e, no continente sul-americano, tem quase o tamanho dos Estados Unidos.


    No esforço da Segunda Guerra Mundial e no trabalho que se seguiu, da Comissão Mista Militar Brasil-Estados Unidos, eles fizeram o levantamento aerofotogramétrico da calha central do rio Amazonas. Na época se imaginava que havia hidrocarbonetos nessa área, a maior bacia terciária do planeta, de terras muito recentes. Depois, verificaram que tinha petróleo, mas que a tecnologia não era suficiente para extraí-lo. As perfurações em águas profundas e o uso de helicóptero viriam depois. A bacia terciária deixou de ser área prioritária à época. O interesse foi desviado para os espinhaços do Pré-Cambriano, geologicamente mais antigos, no qual estavam as mineralizações.


    Rapidamente foi iniciada a exploração do manganês do Amapá, a partir da metade da década de 50. Mas nós não chegamos a perceber que aquele manganês constituía uma das melhores jazidas do mundo ocidental, em uma época em que a indústria siderúrgica era toda a base da economia. Faziam-se festas para comemorar a saída, a cada ano, de 800 mil ou um milhão de toneladas de manganês para os Estados Unidos, numa escala tão intensa que, antes do fim da concessão, a Icomi, a empresa formada pela Bethlehem Steel com o empresário mineiro Azevedo Antunes, devolveu as jazidas – ou melhor, os buracos das jazidas.


    E aí entram os intelectuais. Os intelectuais da época foram para o meio do mato, que é uma coisa não muito comum entre intelectuais. Foram recrutados alguns do sul do país, como Glycon de Paiva. Eles inventaram uma história. De que o manganês do Amapá não tinha preço para ser trazido para o sul do país, ajudando sua industrialização. Não tinha preço para chegar à Bahia, por exemplo. O comércio de cabotagem tornava o frete proibitivo.


    Muita produção acadêmica passou a mostrar que a matemática era determinante para nós termos que exportar, a preços cada vez menores, o manganês para os Estados Unidos. Quando o teor baixou para 42%, 38%, 36% de manganês contido na rocha, a matemática mudou. E aí, o Amapá exportava crescentemente para a Bahia, para o Sul, e não houve o combate intelectual contrário a isso.


    A inteligência da esquerda não conseguiu combater com argumentos. Combateu com plataformas políticas e com gritos de urra. Não demonstrou que aquilo era uma manipulação. Esse “detalhe” é muito importante, porque, em geral, os temas amazônicos são debatidos com exuberância em palanque, mas não sobre esquadro e compasso.


    Deixando a bacia sedimentar para depois e se concentrando nas terras mais antigas, os americanos descobriram Carajás, que é a maior província mineral do planeta. E descobriram saindo muito depois de iniciada a corrida ao minério. Nós tínhamos saído em 1954, com o Projeto Araguaia, que era o maior projeto de mapeamento mineral executado até então. É preciso considerar esse “detalhe”: o projeto internacional para a Amazônia, liderado pelos Estados Unidos, não era único e o Estado não era apenas caudatário, um mero “cão de fila do imperialismo ianque”, como se dizia no jargão da época. O Estado também tinha a sua margem de autonomia, a sua margem de interesses específicos, relacionados ao seu caráter patrimonial, burocrático, da sua própria elite, que costuma ser derivada da elite estrangeira, mas nem sempre.


    Nos momentos de colisão, nossa elite consegue ser pior do que as elites estrangeiras. O Estado brasileiro chegou à conclusão de que a Amazônia tinha importância, ou viria a ter. Na base orgânica do Estado, agia o pensamento militar, com destaque na Amazônia. Um dos grandes erros que a esquerda cometeu até 1964 (e volta a ele atualmente) foi não dialogar com os militares. Em geral, a esquerda mantinha com os militares uma relação de Tom & Jerry. Eram militares com espada correndo numa direção e a esquerda, sem espada, correndo em outra direção. Não houve um fórum para o debate. Os fóruns, em geral, eram a praça pública e nós, realmente, quebrávamos a cabeça literalmente, no momento do choque.


    Pois os militares tinham um projeto seu para Amazônia. Sempre tiveram. É uma das bases da weltanschaaung dos militares na base da república. Quando perceberam que os estrangeiros estavam na frente, os militares formularam projetos. Com a democratização de 1945, os militares souberam se ajustar como uma categoria moderna ao estado civil e surgiu a Superintendência do Plano de Valorização Econômica da Amazônia, como um dos elementos da origem do planejamento regional, que começou na Amazônia, apesar de tudo ter passado pelo Nordeste, graças ao brilho de Celso Furtado. O Estado brasileiro se comprometia a aplicar, durante 20 anos, 3% da renda tributária nacional na Amazônia. Os conceitos-chave eram valorizar a Amazônia, conhecer e valorizar a Amazônia. Esse era o jargão.


    Por quê? Primeiro porque o Estado brasileiro vivia um dos momentos de maior democracia e, por isso, de maior lucidez. Não é mera coincidência a conciliação destes dois termos. Reconheceu a autonomia da região, reconheceu que precisava saber da região, reconheceu que ela não era uma terra vazia. Havia inteligência e desinteligência na Amazônia, mas ambas precisavam ser consideradas. Então, conhecer para valorizar e para utilizar.


    Em 1956 (há meio século, portanto) o Brasil sediou o congresso internacional de geografia. Um dos roteiros oferecidos aos participantes era na Amazônia. Um grande brasileiro, Lúcio de Castro Soares, escreveu o roteiro da visita, contando também a história da Amazônia naquela época, 1956, dez anos antes da biota amazônica, da criação da Sudam, do Basa. E naquela época, qual era o grande anseio do planejamento regional mais antigo do país?


    Era que as dificuldades do inferno verde fossem resolvidas pela ciência e a tecnologia. Lúcio era um homem positivista, otimista, que achava que o agente de colonização da Amazônia ia ser o cientista, que herdaria o acervo deixado pelos viajantes estrangeiros, que foram mais longe do que os brasileiros no hinterland, exceto os poucos e honrosos brasileiros, como Alexandre Rodrigues Ferreira e Ferreira Pena.


    Toda a confiança, toda a esperança da região, era de que ela não deveria mais ficar dominada pelo extrativismo, para não ficar inerte pelo extrativismo dos coronéis de barranco, os donos de rios, como José Júlio de Andrade, no rio Jari, José Porfírio de Miranda, no Xingu, Altevir Leal, no Envira. Tinha que sair desse feudalismo, conforme chegou a ser visto por teóricos marxistas.


    A ciência e a tecnologia à frente, seria possível conciliar a expansão econômica, incorporação das novas áreas, com a eliminação da Amazônia insalubre, terrível, que assustava os estrangeiros, que foi uma das principais causas de, até o início do século XX, nenhuma grande nação tentar tomar essa região de Portugal e, depois, do nascente império brasileiro.


    A excursão foi em 1956, quando Juscelino decidia iniciar a construção da Brasília-Acre e da Belém-Brasília. É um momento de ruptura: um mundo vai ficar para trás e outro irá se estabelecer, sem ligação com o passado. Todas as projeções de futuro se fariam em torno de floresta e água. Na floresta havia uma combinação do conhecimento ocidental com o conhecimento das populações tradicionais.


    Os índios Tupi-Guarani conheciam a kaigapó, a floresta da várzea. Já então manejavam a floresta da várzea e também tinham um conhecimento – porém mais mitológico do que prático, utilitário – sobre a kaaété, que era a floresta de terra firme. Em tupi, ela significa a floresta verdadeira. Os índios tinham a plena consciência de que o grande desconhecido era a kaaété e não a kaigapó, determinada por suas características, pelo domínio da água, domínio que não podia ser contestado. O rio Amazonas chega a descarregar 200 mil metros cúbicos de água por segundo e a cada dia manda para o oceano seis milhões de toneladas de material em suspensão.


    A verdadeira floresta estava na terra firme, com sua madeira de alta consistência, de grande densidade e, ao mesmo tempo, leve. Porque ali, a floresta verdadeira ia desafiar a nossa capacidade de ver a Amazônia.


    Todos nós achamos que a Amazônia é o nosso ponto em comum, que é o pressuposto, mas esse pressuposto é falso. Porque raros conseguem ver a Amazônia. É preciso ter lentes especiais para vê-la, sem as quais não se conseguirá vê-la, por mais que se tenha informação cultural, tecnológica e científica.


    Sempre me lembro de um sobrevôo de helicóptero com técnico da Eletronorte em cima do que viria a ser o reservatório da hidrelétrica de Balbina, no rio Uatumã, no Amazonas, que eu criticava por causa do afogamento da floresta. E o técnico, bem intencionado, honesto dizendo: mas como é que você defende isso? Isso aqui é um latossolo amarelo vagabundo. Sim, e a floresta lá em cima do latossolo, respondi eu, com 40, 50 metros de altura, densidade fantástica? Não conta? Mas é justamente o que conta. Afinal, o que é a hiléia, expressão grega, que inspirou Humboldt para fazer o grande batismo da nossa região? É floresta densa.


    Este é o desafio: descobrir o coração, a essência, a alma da Amazônia nessa combinação de água e floresta. Que nós teimamos, relutamos, não aceitamos em descobrir até hoje.


    A Amazônia é uma criação ao mesmo tempo da natureza e da cultura Mas qual cultura? A cultura que procura descobrir e adaptar, ou a cultura que muda, que transforma a paisagem, a expectativa de quem chega como um emigrante, seja o “seu” João da Silva, seja Daniel Ludwig.


    Quando Ludwig chegou à várzea do rio Amazonas, primeiro e único dos capitalistas dos grandes projetos, a ir para lá, em 1967, o que ele fez? Ele transplantou a técnica da Geórgia e fez uma plantação de arroz irrigado inviável, que faliu completamente. O que fez o “seu” João da Silva quando chegou pela primeira vez à Transamazônica? Desmatou o máximo de floresta que ele pôde ao redor, porque, entre muitas outras coisas, ele ouvia sons, que eram agressivos, que ele não conhecia, dos quais tinha medo. E de lá da floresta densa saía um terrível animal chamado pium, um mosquito com o qual os nativos conviviam sem alarde, mas que provocou febre hemorrágica entre os colonos e muita gente morreu sangrando.


    Seja o MST, seja a multinacional, eles não entendem o que é Amazônia. E querem fazer que a Amazônia deles seja a Amazônia verdadeira. Seja do assentado pobre, do assentado explorado, que vai destruir o capital dele sem saber que aquilo é capital.


    Porque nós não conseguimos descobrir a Amazônia. Nós nos recusamos a isso. Nós somos os eternos colonizadores. Mesmo aqueles que moram na região e pensam que são os agentes dos oprimidos, os intelectuais, rastreadores do sentido da história, mas que nela – e nela – não aprendem.


    O futuro começou irremediavelmente, para nós, em 1973, quando, depois de todas essas preliminares – o levantamento aerofotogramétrico da Comissão Mista Militar Brasil/EUA, o Projeto Radam, o Projeto Araguaia –, já se tinham alvos selecionados na Amazônia. O Estado brasileiro, o mesmo que ofereceu a Amazônia aos franceses, ingleses e portugueses, que criou a SPVEA e o plano de valorização econômica, sem nunca aplicar na região os 3% da receita tributária que a valorizaria,.sem nunca aprovar o seu plano de desenvolvimento, o primeiro plano regional, essa mesmo Estado esqueceu esses “detalhes” e criou a Sudam, com suas terríveis estradas, rasgando a floresta verdadeira, a da terra firme, e entregando-a na pira do sacrifício ao devastador insano, insensível, irracional.


    Muitos dizem que sou pessimista quando faço esse discurso, que exagero. Remeto os incréus ao texto do II PDA (Plano de Desenvolvimento da Amazônia), que foi produzido na administração imperial do nosso prussiano general Ernesto Geisel. No II PDA, que é um plano qüinqüenal, para o período 1975/79, mas que até hoje é o enunciado mais claro do destino da Amazônia pela ótica de Brasília, esteja lá quem estiver, inclusive o nosso Luiz Inácio Lula da Silva.


    O ministro japonês Saburo Okita visitou Brasília, em 1971, e foi recebido pelo ministro mais poderoso de então, Delfin Neto, que hoje é do PMDB de São Paulo, conselheiro e, quem sabe, futuro ministro de Lula (ah, os irônicos deuses da história!). Na época, os dois países milagreiros eram o Japão e o Brasil, que estava crescendo a mais de 10% ao ano.


    O ministro japonês do comércio exterior quis saber o que o Brasil ia fazer para manter aquela taxa de desenvolvimento, que não pode ser sustentada por muito tempo através de instrumentos como o A-5. Delfim lhe respondeu, com pança e rompança, que o Brasil não tinha poupança igual à do Japão, mas contava com a Amazônia, que compensaria a insuficiente poupança nacional agregando produtos novos à economia brasileira, destinados totalmente à exportação, drenando volumes crescentes de dólares às contas do país.


    Essa era a lógica que inspirava o PDA: o modelo de desenvolvimento da Amazônia é inevitavelmente desequilibrado. Ele gera o caos, uma concentração de renda fantástica, a irracionalidade. Ele é desequilibrado pela própria natureza, em função da necessidade de crescimento rápido. Mas esse desequilíbrio seria corrigido pelo planejamento, um ato de vontade do governo. Daí ser um modelo de desenvolvimento desequilibrado corrigido. O problema é que o modelo tem sido eficiente apenas na criação do desequilíbrio. Já a correção são outros quinhentos. Por isso o Delfim, conselheiro putativo do presidente petista, receitar o crescimento do bolo e só depois o seu fatiamento, o que está sendo feito agora, como presente (ainda que de grego) aos excluídos do baile.


    Esse desequilíbrio e esse caos são, em certa medida, resultados desejados, sob controle, mas em certos casos, não. Eles geram um monstro. É a relação do Dr. Jeckyll e Mr.Hyde. Imagine-se que o criador sempre irá controlar a criatura, mas isso será possível na Amazônia? O saber fazer poderá se impor ao fazer de qualquer maneira, a qualquer preço, para corrigir depois, compensar depois? Não acredito nessa hipótese. Só se chegará a um destino mais nobre para a Amazônia fazendo o certo desde o início, procurando o mais e o melhor antes de fazer.


    A saída não é fechar a Amazônia para balanço, mesmo porque esse caminho é fictício: é preciso enfrentar imediatamente os desafios, de frente, com coragem, engenho e arte. O desafio é saber reverter o processo da exploração no sentido do processo do conhecimento e da libertação. Fazer aquilo que Marx fixou como uma utopia. Dizia ele que a ferrovia que os ingleses abriam para conquistar a Índia seria a mesmo pela qual os indianos os expulsariam. O segundo movimento demorou demais. Porque não foi por acaso que Marx desenvolveu essas idéias no Museu Britânico. Nós devemos nos abrir porque é impossível nos fecharmos. É preciso secionar as vias e as veias de sangria de riquezas da Amazônia.


    Infelizmente a nossa história vem escrita de fora, o enredo já está pré-estabelecido fora de nós. E esse enredo provoca saltos de descontinuidade, que nos deixam no vácuo da compreensão. Fica faltando terra sob os nossos pés: ou caímos, ou levitamos. Eu digo que em 1973 começou a definitiva integração amazônica (sem aproximações seguidas de distanciamento, como aconteceu sob Pombal ou durante o monopólio da borracha) porque o mundo descobriu que a Amazônia é muita energia, na forma convencional ou a revelar. Desde então, para a região tem sido destinada a produção de eletrointensivos ou mesmo a obtenção de energia bruta.


    O japonês Saburo Okita quis, em 1971, o aval do principal homem do sistema. Os japoneses iriam executar um projeto ousado, fechando todas as suas fábricas de alumínio, a partir do choque do petróleo. E a maior fábrica de alumínio japonesa foi construída a 20 mil quilômetros do seu território e produz para os japoneses 15% da demanda que eles têm de alumínio, a um preço inferior que os japoneses obteriam se produzissem ali mesmo, no Japão. É fantástica a capacidade desse povo, que realizou a maior transferência industrial que conheço, e é fantástica a incapacidade do povo que permitiu essa solução, que somos nós, sem tirar o mesmo benefício dessa relação, que, pelo contrário, nos tem sido altamente deficitária.


    Quantas histórias iguais a essas que narrei ainda teremos que ouvir contar sobre o modo como estamos escrevendo e destruindo o Gênesis final? É possível escrever uma outra historia que não essa que nos têm imposto? Eu acho que é possível, e é o que justifica estarmos aqui. Nós queremos ser contemporâneos da história. Não queremos ser apenas o coro grego, só para bater palmas, não para fazer o contracanto.


    Nós queremos ser os personagens, porque a história está nos dando uma oportunidade, única. Muitos povos não conseguem fazer história porque a deles já passou ou não chegou. Outros não conseguem porque a história foi aprisionada. Nós ainda temos uma possibilidade de liberdade, de livre arbítrio. Seria muito fácil no discurso dizer: não, o imperialismo, o capitalismo, seja lá qual for o demiurgo, já escreveu a história. O único que tem esse habeas-corpus é Deus. Que não está aqui. Como dizia Guimarães Rosa: se ele vier, que venha armado. É assim no Grande Sertão. Nós somos o grande sertão. Mas queremos ser o que somos: a grande floresta, a bela e maravilhosa floresta, a personagem principal da Amazônia e da ópera justa que pretendemos escrever.


     


     


     

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  • 25/01/2007

    Informe n.º 750

    Os Guarani relatam “armadilha” para prender lideranças. Presos recebem visita de familiares


     


    Uma comissão com 15 representantes de entidades, movimentos sociais e sindicatos visitou, no sábado, 20, o acampamento dos Guarani que foram retirados da terra que haviam retomado, em episódio que legou à morte de uma indígena de 70 anos, em 9 de janeiro e ao desaparecimento de dois jovens, no Mato Grosso do Sul. Nos depoimentos dados à comissão, os Guarani relatam que a prisão da maior liderança da retomada e de outros três homens foi uma “armadilha”.


     


    Novos fatos


    A liderança Ortiz Lopes conta como foi feita a prisão dos indígenas, sob a acusação de roubo de um trator, em 8 de janeiro.“O fazendeiro da fazenda Madama chegou lá, conversou com as lideranças, cedeu o trator e disse que a gente podia usar. O líder da retomada estava indo de trator buscar comida para a comunidade, e aí a polícia apareceu. Foi uma armadilha”, disse. Após o episódio, a liderança Francisco Fernandes e vários outros Guarani foram presos. Quatro homens continuam na prisão.


     


    Questionado sobre outros detalhes do suporto roubo divulgado pela imprensa em 9 de janeiro, Ortiz respondeu que em nenhum momento a versão dos Guarani havia sido ouvida: “Eles só ouviram a versão dos não índios. Não foi divulgado a versão dos índios. Não teve nada disso que publicaram, não teve reféns”, afirma.


     


    Inquérito


    O inquérito da Polícia Federal, que apura a morte de Churetê Lopes, ainda não foi concluído. O outro inquérito, realizado pela Polícia Civil, já terminou. Baseado nele, o Ministério Público Estadual (MPE) fez a denúncia dos quatro indígenas com acusação de roubo de equipamentos agrícolas. Agora, se a denúncia for aceita pela Justiça Estadual, os indígenas responderão a processos.


     


    Visita aos presos


    A comissão acompanhou familiares dos presos à cidade de Amambaí para que pudessem visitar seus parentes. Além da dificuldade de locomoção até a cidade, os indígenas quase foram impedidos de entrar pela falta de documentos com fotografias. Acontece que os documentos deles foram queimados, junto com todos os seus pertences, depois que foram retirados da retomada de terras.


    Superadas as dificuldades com identificação, os grupo realizou a visita. “Ninguém se queixou de violência física, mas todos afirmam receber um tratamento desrespeitoso e dizem serem vítimas de uma armação, insistem que precisam ser retirados de lá com urgência e pedem-me atenção a seus processos”, relaotu Saulo Feitosa, vice-presidente do Cimi que participou da comissão.


     


    Sem notícias do filho


    Joana, mãe de Natalino, 16 anos, contou que seu filho está desaparecido desde o dia 8 de janeiro. O jovem fazia parte do grupo que foi preso, acusado pelo roubo. Naquela noite, mulheres e crianças foram liberadas, e os homens permaneceram presos na delegacia. Segundo o relato da mãe, o menino não coube na ambulância onde os liberados foram jogados para serem transportados à aldeia Taquaperí. Foi a última vez que ela viu seu filho, na porta da delegacia.


     


    Também está desaparecido um jovem de 14 anos. Ele foi visto pela última vez no momento da retirada dos indígenas pelo grupo armado e encapuzado que chegou ao local da retomada em  caminhonetes e com um ônibus.


     


    Retomada


    O Guarani-Kaiowá Ortiz Lopes, que na semana passada esteve em Campo Grande para uma entrevista coletiva à imprensa convocada pelos movimentos sociais locais, explicou também os motivos que levaram cerca de 50 famílias a realizar a retomada do tekoha (terra tradicional) Kurusu Ambá: “Retomamos quando conseguimos juntar os parentes antigos, que viviam naquela área. Estávamos vivendo com muita dificuldade”, disse.


     


    Cerca de 36 familias que tentaram retomar as terras estão agora acampados na beira da rodovia MS-289. Segundo a liderança Ortiz Lopes, o grupo tem expectativa de que a Fundação Nacional do Índio crie um Grupo Técnico para a identificação do território Kurusu Ambá.


     


    Brasília, 25 de janeiro de 2007


    Cimi – Conselho Indigenista Missionário


    www.cimi.org.br

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