• 17/01/2006

    CIMI INFO-BRIEF 697

    FUNAI-Präsident argumentiert wie Fazendeiros: Indios haben genug Land


     


    In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zum Thema traditionelle indigene Gebiete sagte FUNAI-Präsident Mércio Pereira Gomes: “Es gibt genug Land. Bisher gab es keine Grenzen für ihre territorialen Forderungen. Wir sind aber an einem Punkt angelangt, bei dem das Oberste Gericht eine Grenze definieren sollte“.


     


    Die Aussage des FUNAI-Präsidenten ist befremdend. Er schlägt in dieselbe Kerbe wie die antiindigenen Sektoren. “Das zeigt, wie sehr sich Mércio Gomes und die Regierung Lula dem Agrogeschäft und den ländlichen Oligarchien verpflichtet fühlen“, so Saulo Feitosa, Vize-Präsident des CIMI. Feitosa verweist auf einen Vorschlag zur Verfassungsänderung im Senat, der auf eine Begrenzung der Ausdehnung von indigenen Gebieten je Bundesstaat abzielt. Eingebracht hat den Vorschlag Senator Mozarildo Cavalcanti. Er ist als Gegner von Demarkierungen hinlänglich bekannt.


     


    Weiters meinte Gomes, dass “Brasilien als Beispiel für andere Länder gelten sollte. Wir haben aus indigenen Gebieten Fazendeiros abgezogen, die seit zwei Generationen dort waren. Wer sonst macht das?“ Der FUNAI-Präsident ignoriert damit das ursprüngliche Recht der Indios auf die von ihnen traditionell besetzten Gebiete, wie die Bundesverfassung von 1988 garantiert.


     


    Das Interview mit Gomes fand im Kontext der Meldungen statt, die der CIMI jüngst über die 38 indigenen Mordfälle im Jahr 2005 veröffentlichte.


     


    “Der CIMI behauptet, dass die Säumigkeit des brasilianischen Staates bei den Verfahren der Anerkennung und beim Schutz von indigenen Gebieten ist die erste Ursache für die Gewalt, die indigene Gemeinschaften ausgesetzt sind. Eines der treffendsten Beispiele für diese Verbindung ist die Begrenzung der Guarani. Diese und andere Gemeinschaften machen nicht die Erfahrung, dass es genug Land gibt“.


     


    An die 10.000 Indios Guarani leben zusammengedrängt auf 3.475 ha Land, nahe der Stadt Dourados in den Aldeias Jaguapiru und Bororo. Die meisten von ihnen haben keine Äcker und dürfen auch nicht auf den Sojafeldern oder den Fazendas rund um das indigene Territorium arbeiten, obwohl die Fazendas meist Flächen beanspruchen, auf denen einst Indios lebten. Viele Männer sind gezwungen in den Zuckerfabriken unter Bedingungen der Sklaverei zu schuften.


     


    Mangelnde Perspektiven und ständige Enge führen zu Spannungen, Alkoholismus, vielen Selbstmorden und einem gewaltsamen Klima. “Diese Situation steht in direkter Beziehung zum Mangel an Land“, sagt Feitosa.


     


    Manifestation der Guarani in Dourados


     


    Rund 700 Guarani aus zehn Aldeias in Mato Grosso do Sul versammelten sich am 12.01.2006 zu einer Manifestation in Dourados und erhoben folgende Forderungen: Schluss mit der Gewalt, Bestrafung der Mörder von Dorival Benitez, der am 26.6.2005 bei der Rückgewinnung des Gebietes Sombrerito getötet wurde und des Wächters, der zu Weihnachten 2005 Dorvalino Rocha erschoss sowie Garantie der indigenen Gebiete im Bundesstaat.


     


    Nach dem Eintreffen zogen die Indios bis zur Staatsanwaltschaft und übergaben dem Staatsanwalt der Republik, Dr. Charles Motta Pessoa, einen Brief in dem sie ihm für seine Unterstützung bei der Verteidigung der indigenen Rechte dankten. Ein Teil der Gruppe marschierte bis zum Gebäude der Bundesjustiz und nahm an einer Audienz mit Richter Roberto Pollini, der die Vertreibung der Indios aus dem Gebiet Nhande Ru Marangatu angeordnet hatte.


     


    Der Richter versprach notwendige Schritte, um die Kosten für die Entschädigungen im Fall des Gebietes Sucuri´y zu erheben, berichtete das Team von CIMI Mato Grosso do Sul.


     


    Brasília, 12. Jänner 2006.


     


    Cimi – Indianermissionsrat


     

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  • 17/01/2006

    CIMI INFO-BRIEF 696

    Negative Rekordbilanz bei indigenen Mordopfern im Jahr 2005


     


    Am 24.12.2005 ermordete das Wachpersonal der Fazenda Fronteira in der Gemeinde Antonio João (MS) den Guarani-Kaiowá Vertreters Dorvalino Rocha aus dem Gebiet Nhande Ru Marangatu. Im Jahr 2005 wurde somit das Leben von 38 Indios gewaltsam beendet – die höchste Todesbilanz innerhalb der letzten elf Jahre laut Erhebungen des CIMI, die sich auf Quellen der CIMI-Mitarbeiter und der Medien stützen. Im Bundesstaat Mato Grosso do Sul waren im Vorjahr die meisten Opfer, 28, zu beklagen.


     


    In den letzten elf Jahren wurden 240 Indios getötet. Das sind im Durchschnitt 21 Morde jährlich.


     


    Die Säumigkeit des Staates bei den Verfahren der Anerkennung und des Schutzes von indigenen Gebieten sieht der CIMI als die Hauptursache der Verbrechen.


     


    Die Zahl der vom Justizministerium im Amtsblatt des Bundes veröffentlichten deklaratorischen Erlässe im dritten Jahr der Regierung Luiz Inácio Lula da Silva ist besonders kritikwürdig. Nur fünf Gebiete wurden deklariert. Das bedeutet durchschnittlich sechs Gebiete pro Regierungsjahr. Unter Fernando Collor und Itamar Franco lag der Durchschnitt bei 16, unter Fernando Henrique Cardoso bei 11 und unter João Baptista Figueiredo bei 8 Territorien.


     


    Wenn weitere Demarkierungen in diesem Tempo erfolgen, wird die Anerkennung aller indigenen Gebiete erst in 45 Jahren abgeschlossen sein.


     


    Geständiger Mörder des Vertreters Guarani-Kaiowá wieder frei


     


    Nachdem João Carlos Gimenes, Mitarbeiter der Wachfirma Gaspem, die für Kontrollen auf der Fazenda Fronteira zuständig ist, ein Geständnis abgelegt hat und festgenommen wurde, hat ihn die Kommissarin der Bundespolizei, Penélope Automar wieder auf freien Fuß gesetzt. Gimenes sei Ersttäter, habe eine unbescholtene Vergangenheit, einen festen Wohnsitz und es bestehe keine Gefährdung der weiteren Untersuchungen rechtfertigte die Kommissarin diesen Schritt.


     


    Laut Zeugen des Verbrechens stiegen vier Wächter aus einem Auto, geparkt am  Rand der MS 384, und gingen in Richtung des Lagers der Guarani-Kaiowá. Der Täter schoss zweimal auf das Opfer.


     


    Sieben Indios in Santa Catarina weiter inhaftiert


     


    Auf Anordnung der Bundesjustiz wurden am 27.12.2005 acht Indios in Chapecó (Santa Catarina) als Folge einer Manifestation verhaftet, bei der die Gemeinschaft den Abzug von Nichtindios aus ihren Gebieten Toldo Chimbangue und Toldo Pinhal forderte.


     


     


    Am 31.12.2005 verfügte die Bundesjustiz die Freilassung des Kaziken Lauri Alves, nachdem bewiesen war, dass er an der Manifestation nicht teilgenommen hatte. Die noch Inhaftierten warten auf die gerichtliche Entscheidung des von der FUNAI eingebrachten Antrags auf Freilassung. Das Regionale Bundesgericht der 4. Region hat eine Berufung auf Habeas Corpus abgelehnt. Die FUNAI legte Einspruch beim Obersten Gericht ein, aber Ministerin Ellen Gracie lehnte am 03.01.2006 die weitere Bearbeitung des Antrags ab, da der Fall ihrer Auffassung nach in die Kompetenz des Obersten Gerichts falle.


     


    Die Willkür der Verhaftungen ist offenkundig. Unter den Festgenommenen sind zwei Personen in den Prozessakten nicht angeführt.


     


    Alceu de Oliveira wurde verhaftet, weil er als Quixé bekannt ist. In den Dokumenten steht der Name João Gonçalves, der auch Quixé genannt wird. Statt Wilson Antunes sitzt Adilson Ferreira im Gefängnis. Laut FUNAI in Chapecó ist es zweifelhaft, ob es überhaupt eine Person namens Wilson Antunes gebe.


     


    Der Kazike Idalino Fernandes wird beschuldigt, während der Manifestation am 19.12.2005 die Gemeinschaft bei der Blockade des Zugangs zu einer Fazenda angeführt zu haben. Das entspricht nicht den Tatsachen. Der Kazike war im Regionalbüro der FUNAI in Chapecó und kam sehr spät zur Manifestation.


     


    Die Indios werden bezichtigt, zwei Waffen von Bauern gestohlen zu haben. Diese Anschuldigung ist wiederum unwahr. Die Indios wurden von den Bauern bedroht, haben ihnen die Waffen abgenommen und diese anschließend an die Polizei übergeben. Im Protokoll ist die Beschlagnahmung der Waffen verzeichnet. Den indigenen Vertretern wurde im Verlauf der polizeilichen Untersuchung Eindringen in fremden Besitz und Aggression angelastet.


     


    Wieder ein Fall der Kriminalisierung jener, die sich für die Durchsetzung und Garantie ihres Rechts auf Würde, auf Gerechtigkeit und Leben stark machen. 


     


    Brasília, 5. Jänner 2006.


     


    Cimi – Indianermissionsrat


     

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  • 17/01/2006

    CIMI INFO-Brief 695

    Guarani-Kaiowá nach Vertreibung in arger Bedrängnis. Kind gestorben


     


    Eine Woche nach der Vertreibung der Guarani-Kaiowá aus dem Gebiet Nhande Ru Marangatu in Mato Grosso do Sul, starb ein sechzehn Monate altes Mädchen infolge von Durchfall, Würmern und Austrocknung. Die Gesundheit der Kinder verschlechterte sich aufgrund der gegenwärtigen Bedingungen. Die Indios leben in Plastikbaracken, der Hitze und dem Regen ausgesetzt, ohne Zugang zu Wasser und ohne notwendige Lebensmittel. Die von der FUNAI zur Verfügung gestellten Lebensmittelkörbe sind aufgebraucht und noch immer warten die Indios auf Unterstützung aus dem Programm der Bundesregierung.


     


    Gewalt


     


    Aus Sorge um die Sicherheit der Indios infolge möglicher neuer Konflikte fordert die Koordination der Sozialen Bewegungen (CMS) von Mato Grosso do Sul polizeilichen Schutz für die Guarani. “Dringend zu klären ist die Sicherheit. Wir werden die Regierung des Bundesstaates, das Sekretariat für öffentliche Sicherheit und die Bundespolizei über die Gefahren, denen die Indios in der Region ausgesetzt sind, informieren. So hat etwa ein Fazendeiro 1.200 Stiere am Lager der Indios vorbei getrieben. Wir werden auch eine Kampagne der humanitären Hilfe für das Volk organisieren“, so Marcelo Brito dos Santos vom Zentrum für Verteidigung der Menschenrechte.


     


    In einem Manifest am 22.12.2005 klagt die CMS über Bedrohungen seitens der Arbeiter der Fazendas, die sich bewaffnet vor dem Lager aufhalten. Gefahr für die Indios gehe auch vom Straßenverkehr aus. Es “fehlen minimale Strukturen für das Überleben. Es gibt kein Wasser, keine Ernährung und Kleidung. Die Fazendeiros verbrannten Hab und Gut der Gemeinschaft und die Indios hatten keine Zeit für den Abzug, um das Notwendigste mitzunehmen“.


     


    Gerichtliche Schritte


     


    Am 20.12.2005 übergaben zwei Vertreter der Guarani-Kaiowá dem Kabinett der Ministerin des Obersten Bundesgerichts, Drª Ellen Gracie, einen Antrag auf Dringlichkeit im Verfahren der einstweiligen Verfügung hinsichtlich der Homologation von Nhande Ru Marangatu. Die nächste Versammlung des Obersten Gerichts ist erst im Februar 2006 angesetzt. Bis dahin müssen die Indios außerhalb ihres Gebietes in Baracken entlang der Straße ausharren.


     


    “Wir richten an Sie, die so viel Macht hat und Entscheidungen treffen oder aufheben kann, eine Bitte. Warum wurden wir von unserem Land vertrieben, das demarkiert und homologiert wurde? Wir, die Guarani-Kaiowá, die jetzt am Straßenrand lagern, erbitten Hilfe, damit der Oberste Gerichtshof das Verfahren so schnell als möglich abwickelt. Damit wir ein würdiges, gerechteres Leben wie alle andere Menschen haben“. (…) Noch leben wir entlang der Straße, aber wir glauben an die Kompetenz der Autoritäten des Obersten Gerichts und an die Regierung Lula. Wir hoffen, dass wir im Februar 2006 wieder auf unser Land zurück können. Es hängt von Ihnen ab, ob das Wirklichkeit wird. Wir glauben und hoffen, dass wir unser Gebiet wieder in Besitz nehmen können. Es gehört uns, auf der Grundlage des Rechts und der Bundesverfassung“.


     


    Am 19.12.2005 beklagten die Guarani-Kaiowá gegenüber Hina Jilani die Bedrohungen seitens der Fazendeiros. Die Berichterstatterin der Vereinten Nationen für Verteidigung der Menschenrechte besucht derzeit Brasilien.


     


    Solidarität


     


    Bei ihrer Reise nach Brasília wurden die Vertreter Guarani solidarisch vom Verband der ländlichen Produzenten von Campestre unterstützt. Die Kleinbauern leben seit 1962 in Vila Campestre innerhalb des indigenen Gebietes Nhande Ru Marangatu. Die Familien wollen das Land verlassen, fordern aber eine schnelle Entschädigung und ein Förderprogramm, um andern Orts ihre Produktion aufzubauen.


    “Wir wurden hier angesiedelt aber wir wissen, dass es genügend Land gibt, um das Recht der Indios auf ihr Gebiet und unser Recht auf ein Stück Ackerland zu garantieren. Wir wollen unseren Beitrag leisten, damit dieses Problem gelöst wird, mit dem soviel Leid verbunden ist“, schreiben die Kleinbauern in einem Brief.


     


    Gericht fordert Position des Justizministers hinsichtlich Gebiete in Santa Catarina


     


    Die Richterin der 2. Bundeskammer von Chapecó, Drª Elisângela Simom Caureo, hat im Gutachten vom 10.11.2005 Justizminister Márcio Thomaz Bastos zu einer Stellungnahme bezüglich des deklaratorischen Erlasses für das indigene Gebiet Toldo Imbu der Kaingang verpflichtet. Sollte der Minister der Aufforderung nicht nachkommen, ist eine tägliche Strafe von R$ 100.000 zugunsten der indigenen Gemeinschaft fällig. Die Generalanwaltschaft des Bundes hat gegen den Spruch berufen. Das Regionale Gericht der 4. Region von Porto Alegre bestätigte aber die Entscheidung der ersten Instanz. Nun liegt der Fall zur Entscheidung beim Obersten Bundesgericht, bei Ministerin Drª Ellen Gracie.


     


    Am 17.12.2005 übergaben Vertreter der Gemeinschaften von Santa Catarina ein Dokument an Hina Jilani, in dem die Bundesregierung für den Stopp der Demarkierung der indigenen Gebiete im Bundesstaat verantwortlich gemacht wird.


     


    Brasília, 22. Dezember 2005.


     


    CIMI Indianermissionsrat


     

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  • 17/01/2006

    CIMI INFO-Brief 694

    Polizei vertreibt Guarani-Kaiowá. Fazendeiros stecken Häuser in Brand


     


    Am Vormittag des 15.12.2005 hat die Bundespolizei mit 200 bewaffneten Männern, ausgerüstet mit Tränengas und Gummiwurfgeschossen, einem Helikopter, drei Bussen und acht weiteren Fahrzeugen die Vertreibung der Guarani-Kaiowá von ihrem Gebiet Ñande Ru Marangatu in der Gemeinde João Antônio im Bundesstaat Mato Grosso do Sul vorgenommen. Das Gebiet wurde im März 2005 von Präsident Luis Inácio Lula da Silva homologiert, aber das Oberste Bundesgericht hob die Homologation wieder auf und ermöglichte ein weiteres gerichtliches Verfahren zur Reintegration von Besitz. Das Territorium ist die Heimat von mehr als 500 Indios.


     


    “Unglaublich, was hier passiert ist. Wir glauben nicht, dass das Land, in dem wir leben, so etwas mit den Leuten macht“, äußerte sich die bestürzte indigene Vertreterin Eugênio Morales.


     


    Am Nachmittag, nachdem Vertreter von Menschenrechtsorganisationen und Journalisten, die als Beobachter vor Ort waren, das Gebiet verlassen haben, legten Fazendeiros in den Häusern der Indios Feuer. “Jetzt haben wir verloren. Wir vertrauten auf die Gerechtigkeit, aber wir wurden Zeugen wie Fazendeiros unsere Häuser zerstörten. Wir haben unsere Nahrungsmittel, Dokumente und vieles mehr verloren. Uns blieben nur die Kleider am Leib. Man hat uns am Straßenrand ausgesetzt“, beklagt die Lehrerin Guarani, Léia Aquino, am Telefon.


     


    Vor der Vertreibung der Guarani-Kaiowá überflog ein Helikopter mehrmals das Gebiet, um die Indios zu erschrecken. Während der Operation wurde niemand verletzt. Die Indios flehten um Gerechtigkeit. Auf einem der von Kindern getragenen  Transparente und Banner stand: “Während die Herren Minister, Richter und Polizisten das schönste Weihnachtsfest für ihre Kinder vorbereiten, werden wir auf die Straße gesetzt“.


     


    Trauer, Empörung und Sorge waren spürbar bei den Ritualen der Vertreter Guarani-Kaiowá, die gewaltlosen Widerstand leisten wollten.


     


    Der CIMI ist bestürzt über die Vertreibung aus einem homologierten Gebiet. Wenn die Polizei Indio und indigene Gebiete, die Eigentum des Bundes sind, schützen soll, fehlt es immer an Geld und Personal. Das war kürzlich bei Angriffen und einem Brandanschlag auf das Bildungszentrum in Raposa/Serra do Sol der Fall. Wenn es um den Schutz von Fazendeiros geht, die unrechtmäßig in indigenes Land eingedrungen sind, dann ist der brasilianische Staat schnell zur Stelle.


     


    FUNAI will indigenes Reservat für Krahô-Kanela einrichten



     


    FUNAI-Präsident Mércio Pereira Gomes hat am 13.12.2005 seine Entscheidung mitgeteilt, das von den Krahô-Kanela zurück gewonnene Land nicht als traditionelles Gebiet dieses Volkes zu betrachten. Um den Indios dennoch Land zu garantieren, soll stattdessen auf dem Territorium ein Reservat für die Gemeinschaft eingerichtet werden, die seit mehr als 30 Jahre für die Anerkennung ihres Gebietes kämpft. Derzeit lebt die Gruppe zusammengepfercht in einem Haus neben der Müllsammelstelle von Gurupi (Tocantins).


     


    Das Reservat ist ein Erfolg für die Krahô-Kanela, nachdem die Direktion der FUNAI jahrelang ihre Verpflichtung gegenüber diesem Volk nicht wahrgenommen hat. Für die Unterstützung ihres Einsatzes um Land haben die Indios Partner unter der lokalen Bevölkerung, unter sozialen Bewegungen und anderen Gemeinschaften gesucht und auch gefunden. Verbündete haben sie auch innerhalb der Legislative und der Staatsanwaltschaft, sodass es endlich gelungen ist, die Aufmerksamkeit der FUNAI auf ihre Anliegen zu lenken.


     


    Diese Woche wurde ein Vertrag für die Gründung des Reservats unterzeichnet, die in zwei Etappen erfolgen soll. Bis spätestens 31.1.2006 werden mit finanziellen Mitteln des INCRA zwei Fazendas gekauft, die sich etwa über 6 ha erstrecken. “Für die restliche Fläche stellt die FUNAI ein außerordentliches Budget zur Verfügung“, heißt es unter anderem im Abkommen, das die Indios und die FUNAI unterschrieben haben. Senator Paulo Paim, Vize-Präsident der Kommission für Menschenrechte des Senats will sich kümmern, dass im Bundesbudget 2006 entsprechende Beträge für die Gründung des Reservats berücksichtigt werden. Bis Jahresende sollen die Krahô-Kanela ihr Land uneingeschränkt nutzen können.


     


    Rechtsform der juristischen Person nun auch für indigene Gemeinschaften


     


    Eine Forderung des CIMI wurde erfüllt. Die Nationale Kommission für Klassifikation des Planungsministeriums hat am 14.12.2005 entschieden, in die Liste der Rechtsformen auch indigene Gemeinschaften als gemeinnützige Vereine als juristische Personen aufzunehmen. Diese Entscheidung wirkt sich günstig für die Indios hinsichtlich des Steuer-, Finanz- und Vertragswesen aus. Für die volle Geschäfts- und Rechtsfähigkeit bedarf es künftig keiner Registrierung als Verband.


     


    Diese Regelung ist ein Schritt des brasilianischen Staates zur Anerkennung der spezifischen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Organisationsformen bei der Anwendung der indigenen Rechte.


     


    Gewalt bei der Versammlung der Indios Miqueleno


     


    Die 4. Jahresversammlung der Miqueleno, vom 29.11.-10.12.2005 in der Gemeinde São Francisco de Guaporé (Rondônia), konnte erst unter Polizeischutz eröffnet werden. Angefordert hat den Schutz die Bundesstaatsanwaltschaft. Fazendeiros und Siedler sind zuvor in das Haus des indigenen Vertreters  Tanadi Miqueleno eingedrungen.


     


    Fazendeiros, die den Verlust ihres Landes fürchten, versuchen die Gemeinschaft zu spalten und verbreiten das Gerücht, dass zwei Gruppen unterschiedliche Gebiete für sich fordern.


     


    Die rund 170 Indios Miqueleno leben verstreut im Bundesstaat Rondônia.


     


    Bei ihrer Versammlung forderten die Indios erneut die Demarkierung ihres traditionellen Gebietes sowie ein spezifisches Gesundheits- und Bildungswesen. Seit 1986 dauert der Einsatz der Miqueleno für ihr Gebiet Limoeiro, von dem sie vom IBAMA vertrieben wurden, um für die Gründung des biologischen Reservats Guaporé Platz zu machen. Ein anderer Teil ihres Landes wurde von Fazendeiros gemietet oder von Landspekulanten verkauft.


     


    Brasília, 15. Dezember 2005.


     


    CIMI – Indianermissionsrat


     

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  • 16/01/2006

    Nhanderu Marangatu: vitrine das terras indígenas no Mato Grosso do Sul

    Incômoda, sem dúvida. Indesejável, para muitos. Abominável para outros. Essa talvez seja a realidade que espelham as dezenas de precários barracos na beira da MS-384, que abrigam algumas centenas de crianças, jovens, adultos e velhos Guarani Kaiowá, desde o dia 15 de dezembro, quando foram despejados, com aparato de guerra. Por esta razão já foram feitas inúmeras propostas para remover, esconder, acabar com essa vitrine reveladora de uma das situações mais dramáticas de negação de terras indígenas no país.


     


    Por ali transitam diariamente centenas de carros donde partem curiosos olhares sobre aquele amontoado de improvisadas lonas pretas e gente. Por ali passam diariamente centenas e talvez milhares de bois rumo aos abatedouros ou outras fazendas. Por ali fluem grandes caminhões ostentando progresso da fronteira sul mato-grossense, expondo a cruel contradição entre a acumulação da riqueza em poucas mãos e a miséria da maioria.


     


    A vitrine certamente será cuidadosamente evitada pelo juiz Roberto Bolini, que concedeu a liminar do despejo dos Kaiowá Guarani.


     


    Ela estará, com certeza, longe do roteiro de viagens dos desembargadores do Tribunal Regional Federal, que mantiveram a decisão da reintegração de posse em favor dos fazendeiros.


     


    O então presidente do Supremo Tribunal Federal, ministro Nelson Jobim, com certeza fugirá de qualquer possibilidade de aproximação da estrada onde está o acampamento indígena de Nhanderu Marangatu.


     


    Para muitos é a vitrine de uma vergonha nacional. É o local que lembra a assinatura de homologação da terra indígena pelo presidente da República e a sua anulação por decisão de um juiz  do STF.


     


    É mais um dentre as dezenas de acampamentos indígenas e não indígenas prensados entre a soja e o asfalto ou entre as cercas e as estradas no Mato Grosso do Sul.


     


    Mas ela é também o símbolo da luta heróica de um povo pelos seus direitos, pelo seu tekohá, pelo seu pedaço de chão para viver. Ali pelo menos cinco indígenas foram assassinados na luta pela terra. Ali tombaram Marçal de Souza e há poucas semanas, Dorvalino da Rocha. Ali está uma escola de guerreiros e lutadores do direito, com alunos e professores profundamente comprometidos na luta presente e futura.


     


    Ela é a ferida exposta de uma negação sistemática da terra aos Kaiowá Guarani, visibilizada no site da organização do agronegócio e dos fazendeiros, onde consta uma listagem em que estão já previstas colunas para entrada na terra (que eles chamam de invasão, os sem terra falam de ocupação e para os índios é retomada de suas terras tradicionais) e data da expulsão. Ela é reveladora das centenas de ações tramitando na justiça que visam impedir aos índios o direito a seu pedaço de chão. Ela é indicadora de um processo que alguns analistas tem caracterizado como “situação de etnocídio”.


     


    Para terça-feira, dia 17 de janeiro, está anunciado o despejo dos índios Terena de Cachoeirinha, do Acampamento Mãe Terra. Até quando? Em fevereiro invocaremos São Sepé Tiaraju e seus mártires guerreiros para voltar ao chão sagrado e converter a vitrine em memorial da resistência, da esperança e do futuro.


     


    Campo Grande (MS), 15 de janeiro de 2005.


     


    Egon Heck – Cimi Mato Grosso do Sul


     

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  • 13/01/2006

    Lula, o bispo e o fórum

    TENDÊNCIAS/DEBATES


     


    Lula, o bispo e o fórum


    DOM TOMÁS BALDUINO


     


    Dom Luiz Cappio, o bispo de Barra (BA) que fez aquela greve de fome em Cabrobó, às margens do São Francisco, contra a transposição do rio, teve uma audiência com o presidente Lula em meados de dezembro. Por insistência de dom Luiz, participei do encontro.



    A conversa, no Palácio do Planalto, durou mais de duas horas. O bispo, primeiro de viva voz, depois entregando uma série de escritos, deu dez razões “por que somos contrários ao projeto de transposição do rio São Francisco”. Do lado do governo, da boca do presidente Lula, veio esta declaração: “Não posso tirar a transposição”.


     


    Das anotações que fiz no evento consta o registro de uma insistente pergunta de Lula ao bispo, a mesma feita em quatro momentos daquele diálogo: “Qual é o seu fórum?”. Dom Luiz, com a sabedoria do pastor e com a humildade de Francisco de Assis, preferiu guardar silêncio. Não respondeu à pergunta.


     


    Eu sou testemunha do que antecedeu a Cabrobó, do que aconteceu lá e do que eclodiu no sertão depois daquela greve de fome. É por isso que tomo a liberdade de responder a essa pergunta de Lula, que acho muito pertinente e plausível.


     


    Uma observação preliminar. Naquela sala da Presidência da República, dom Luiz falou com a energia e a virulência dos profetas. Isso ensejou no presidente uma viva reação e, no ministro Ciro Gomes, um desabafo pouco sereno. A verdade é que, em torno daquela mesa do presidente, não deve ser muito comum comparecer gente, como esse bispo, falando face a face, com franqueza, sem bajulação hipócrita, mas em cujo íntimo, por todos nós conhecido, mantém a mais sincera admiração, a mais profunda estima e a maior expectativa pelo nosso presidente.


     


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    Eu sou testemunha do que antecedeu a Cabrobó. É por isso que tomo a liberdade de responder a essa pergunta de Lula


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    E qual é o fórum? O fórum ao qual dom Luiz está ligado não é nenhum poder do tipo midiático, capaz de estabelecer uma correlação de forças com o poder que está aí. E, respondendo a indagações precisas de Lula, diria que o fórum não são as assinaturas aos milhões, pois delas haveria de fato dos dois lados. Não são os movimentos sociais, pelas mesmas razões. Nem são os bispos da CNBB, infelizmente divididos nesta questão. Não são tampouco os técnicos posicionados em trincheiras opostas.


     


    Esse fórum é o povo pobre do semi-árido. É a gente pela qual o frei resolveu dedicar a sua vida desde a juventude. Ainda na condição de frade, caminhou a pé por toda a bacia do São Francisco e penetrou no semi-árido setentrional. Ia visitando toda aquela gente, família por família, olhando sua difícil situação, escutando seus clamores. Ia confortando-os e, sobretudo, infundindo-lhes um novo ânimo, uma nova esperança a partir deles mesmos, de sua autocompreensão e auto-estima, não mais como objetos da manipulação dos políticos, mas como dignos sujeitos, autores e destinatários de sua própria história.


     


    São os índios, os negros quilombolas, os camponeses, os homens e as mulheres do sertão em busca da terra e das águas de viver, trabalhar e conviver. São os que não têm nem voz nem vez, abandonados, jamais ouvidos pelas autoridades. São as vítimas da violência dos grandes, os despejados pelo latifúndio e pelo agronegócio, os atingidos e deportados pelos grandes projetos, muitas vezes com a conivência do poder público.


     


    Essa caminhada do dom frei Luiz Cappio com os pobres do semi-árido já tem cerca de 20 anos. Ora, tudo parecia muito calmo e normal, quando, de repente, a paisagem do sertão mudou. A partir do momento em que esses sertanejos viram o bispo colocar radicalmente a sua própria vida pela vida deles e pela vida do rio São Francisco, acorreram pressurosos ao santuário de Cabrobó. No dia 4 de outubro, já eram cerca de 3.000 em torno da minúscula capela de são Sebastião. Passando em fila diante do frei peregrino, iam abraçá-lo e receber sua bênção. E outros sertanejos se juntaram a ele no mesmo gesto de greve de fome.


     


    Na verdade, esse fórum dos pobres, hoje, não depende mais do bispo, nem este pretende ser seu procurador. Dom Luiz foi sua referência inicial e simbólica, como um Gandhi do sertão, ou melhor, como um novo Padre Cícero, o servidor de um povo não laico, mas religioso e político.


     


    Os que se levantaram a partir desse gesto estão caminhando com as próprias pernas em busca de algo mais que terra. Estão em busca de uma radical transformação. Essa gente começou a se mobilizar lúcida e corajosamente em assembléias. Primeiro ali mesmo, em Cabrobó, no dia 4 de outubro. Depois, em Juazeiro da Bahia, em Bom Jesus da Lapa, em Brasília, e assim por diante, com uma nutrida agenda, que envolve outras organizações de apoio, mas com seu inconfundível protagonismo.


     


    Este fórum ultrapassa o São Francisco, vai muito além dos semi-áridos meridional e setentrional. Na realidade, ele tem rosto de Brasil, tem dimensão de América Latina. Este povo, com efeito, não surgiu agora. Ele tem uma longa e sofrida história de séculos de lutas e de revoluções, de conquistas, de revezes e de resistência. Este povo é o verdadeiro inspirador da opção solidária e patriótica de dom Luiz Cappio, bem como da opção de outros muitos e muitos mais.


     


    Este é o povo do futuro! É este o fórum!


     


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    Dom Tomás Balduino, 84, mestre em teologia e pós-graduado em antropologia e lingüística, bispo emérito da Diocese de Goiás, é o presidente da CPT (Comissão Pastoral da Terra), órgão vinculado à CNBB (Conferência Nacional dos Bispos do Brasil).


     


    Publicado no jornal Folha de S. Paulo, 13 de janeiro de 2006.


     

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  • 12/01/2006

    Manifesto do Povo Guarani Kaiowá do Mato Grosso do Sul

    para as autoridades, para o povo brasileiro


    e pessoas de boa vontade do mundo inteiro


     


    mais  do que um grito de denúncia e esperança, mais do que dizer que, depois de quinhentos anos de invasão, massacre e derramanento de sangue do nosso povo, estamos vivos lutando por nosso direito de continuar sendo Kaiowá Guarani,


     


    mais do que dizer que estamos confinados em pequenos pedaços de terra, como em prisões, sofrendo todo tipo de violências,


     


    mais do que denunciar que nossas crianças estão morrendo de desnutrição, que nossos jovens estão se suicidando por falta de perspectivas de futuro, e nossos líderes sendo ameaçados e assassinados,


     


    queremos exigir nossos direitos à vida digna, a continuar vivendo nosso sistema Guarani, ter autonomia e liberdade em nossas terras e viver em paz.


     


    Exigir respeito à Constituição brasileira e às leis internacionais que nos protegem, como a Convenção 169 da Organização Internacional do Trabalho.


     


    Por isso estamos fazendo essa grande manifestação aqui em Dourados, vamos fazer uma Grande Assembléia Guarani dos cinco países (Brasil, Paraguai, Argentina, Bolívia e Uruguai) no início do próximo mês de fevereiro, em memória dos 250 anos do assassinato do  grande guerreiro do nosso povo Sepé Tiaraju, vamos para todos os lugares do Brasil e do mundo que for necessário para dizer que nós Kaiowá Guarani, como todos os índios do Brasil estamos dispostos a lutar para mudar essa situação de injustiça e massacre e conseguir que sejam colocados em prática e respeitados os nossos direitos.


     


    Exigimos do Estado brasileiro, através de seus poderes Executivo, Legislativo e Judiciário que ponham em prática os nossos direitos constitucionais e originários como povo indígena Guarani Kaiowá, como cidadãos brasileiros e como habitantes primeiros dessa terra.


     


    Pedimos agilidade no reconhecimento, delimitação, demarcação, homologação e respeito às nossas terras tradicionais, os mais de cem tekoha-terra Gurani – neste Estado.


     


    Pedimos que sejam rapidamente julgados e punidos os responsáveis pelo assassinato de vários dos nossos líderes, nesses últimos anos, como Marçal de Souza (Campestre/Nhanderu Marangatu-23/11/1983), Samuel Martins (Kajari-26/02/2000), Marcos Veron (Takuara-13/01/2003), Dorival Benitez (Sombrerito-26/06/2005) e Dorvalino Rocha (Nhaderu Marangatu-24/12/2005). A impunidade tem sido a causa de mais violências, ameaças e assassinatos.


     


    Chega de sermos expulsos de nossas terras, jogados nas beiras das estradas ou amontoados nos confinamentos e nossos lideres assassinados! Achamos uma absurdo o que fizeram recentemente com nossos irmãos no Nhanderu Marangatu. Não só expulsaram eles de uma terra já homologada pelo Presidente Lula, como assassinaram uma liderança e continuam ameaçando as famílias que ali vivem.


     


    Exigimos que sejam discutidas com nosso povo e implementadas políticas públicas eficazes e articuladas com os diversos ministérios e órgãos em diálogo e cooperação com as entidades indigenistas e aliados nossos.


     


    Não queremos mais estar nos meios de comunicação pela morte de nossas crianças por desnutrição, pelas violências e assassinatos, pelos suicídios e homicídios, pela fome ou caridade. Somos um povo que tem uma história de luta, valores e nosso projeto de futuro, de continuar nossa vida Guarani.


     


    Por isso fazemos esse apelo às autoridades, ao povo brasileiro e pessoas de boa vontade do mundo inteiro, nesse início de mais um ano, e vamos continuar nossas lutas e manifestações, contando com o apoio e compreensão de sempre mais gente neste planeta Terra.


     


    Dourados, 11 de janeiro de 2006.


     

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  • 12/01/2006

    Informe nº 697: Presidente da Funai assume discurso dos fazendeiros e diz que índios têm “terra demais”

    Em matéria da agência de notícias Reuters, o presidente da Funai, Mércio Pereira Gomes, deu declarações questionando o direito dos indígenas às terras que tradicionalmente ocupam. “É terra demais. Até agora, não há limites para suas reivindicações fundiárias, mas estamos chegando a um ponto em que o Supremo Tribunal Federal terá de definir um limite”, disse Gomes.


     


    Para o Conselho Indigenista Missionário (Cimi), causa estranheza que um presidente da Funai reproduza o discurso da imposição de limites para as terras indígenas no país, pois esta é uma das reivindicações antigas dos setores antiindígenas. “Isso revela o atrelamento de Mércio Gomes e do governo Lula ao agronegócio e às antigas oligarquias rurais do país”, afirma Saulo Feitosa, vice-presidente do Cimi. Feitosa lembra que existe no Senado Federal uma proposta de emenda constitucional que propõe limitar a extensão de terras indígenas por estado brasileiro, de autoria do Senador Mozarildo Cavalcanti, que tem histórica atuação contra a demarcação de terras indígenas.


     


    Ao defender a atuação da Funai, Gomes afirmou também que “o Brasil deveria ser citado como exemplo para outros países. Retiramos de terras indígenas fazendeiros que estavam ali havia duas gerações. Quem mais faz isso?”, ignorando os direitos originários dos indígenas às terras que tradicionamente ocupam, garantidos pela Constituição Federal de 1988.


     


    As declarações de Gomes foram dadas no contexto da repercussão dos dados divulgados pelo Cimi na última quinta-feira, que revelam que 2005 foi o ano com maior número de assassinatos de indígenas na última década, com 38 mortes.


     


    “O Cimi sustenta que a lentidão do Estado brasileiro nos processos de reconhecimento e proteção das terras indígenas é causa primeira da violência com a qual os indígenas são obrigados a conviver. Um dos exemplos mais marcantes desta ligação é a situação de confinamento do povo Guarani. Para eles, assim como para muitos outros povos, o discurso de “excesso de terras” não faz sentido”, afirma Saulo Feitosa.


     


    Dez mil indígenas do povo Guarani vivem confinados em 3.475 hectares, próximos à cidade de Dourados, Mato Grosso do Sul, nas aldeias Jaguapiru e Bororo. Grande parte dessas pessoas não tem onde plantar e não tem trabalho nas lavouras de soja ou nas fazendas de gado que circundam a área. Fazendas que, em muitos casos, foram criadas sobre terras onde os indígenas viviam. Nesta situação, muitos homens são obrigados a trabalhar em usinas de cana de açúcar, em condições análogas à escravidão, em contato com álcool e prostituição. A falta de perspectivas de vida e o confinamento levam a uma situação de tensão, alcoolismo, alto nível de suicídio e a um ambiente sem dúvida violento. “Não é possível separar esta situação da situação de falta de terras”, afirma Feitosa. 


     


    POVO GUARANI REALIZA MANIFESTAÇÃO EM DOURADOS


     


    Cerca de 700 Guarani, vindos de 10 aldeias do Mato Grosso do Sul, realizaram ontem, 12, uma manifestação em Dourados, a 221 km de Campo Grande, pelo fim da violência, pela punição dos assassinos de Dorival Benitez, morto durante uma retomada da terra Sombrerito, em 26 de junho de 2005, e de Dorvalino Rocha, de 39 anos, assassinado na véspera de Natal, no local onde os Guarani da terra Nhande Ru Marangatu estão acampados depois de terem sido despejados de sua terra homologada. A outra reivindicação estava ligada à demarcação de terras deste povo no Mato Grosso do Sul.


     


    A manifestação começou no início da manhã em uma praça de Dourados. Ali,  encontraram-se indígenas de aldeias distantes que vieram de ônibus e cerca de três centenas de indígenas que vivem nas aldeias Jaguapiru e Bororo, que ficam próximas a Dourados. Depois, a caminhada passou pelo Ministério Público Federal, onde entregou carta ao procurador da República, Dr. Charles Motta Pessoa, agradecendo por sua atuação na defesa dos direitos indígenas. Parte do grupo seguiu até o prédio da Justiça Federal, onde tiveram audiência com o juiz Roberto Pollini, que decidiu sobre o despejo do grupo de Nhande Ru Marangatu. De acordo com a equipe do Cimi no MS, o juiz comprometeu-se a dar encaminhamentos necessários para que sejam feitas perícias nas terras Sucuri´y em Nhande Ru Marangatu para levantar o custo de indenização das benfeitorias.


     


    Brasília, 12 de janeiro de 2006.


     


    Cimi – Conselho Indigenista Missionário


     

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  • 11/01/2006

    Movimentos sociais reunirão 5 mil em mobilização no Rio Grande do Sul

    Pelo menos 5 mil pessoas devem acampar em São Gabriel, RS, para as atividades em memória dos 250 anos da morte de Sepé Tiaraju. O evento terá assembléias de indígenas, camponeses e da juventude rural e urbana, e será realizado de 4 a 7 de fevereiro de 2006.


     


    Nos dias 4, 5 e 6 acontecem três mobilizações paralelas. Cerca de mil trabalhadores rurais da Via Campesina vão realizar um seminário de estudos sobre a vida de Sepé. Outro acampamento deve reunir cerca de 700 jovens do campo e da cidade. Os indígenas do povo Guarani, por sua vez, realizarão uma assembléia continental, que reunirá lideranças de todo o Brasil e da Bolívia, Uruguai, Paraguai e Argentina para discutir a situação dos povos na América Latina.


     


    As comemorações terão seu auge nos dias 6 e 7 de fevereiro, organizadas por um comitê formado por estudiosos, entidades como o Conselho Indigenista Missionário e movimentos sociais como a Via Campesina. Na noite do dia 6, haverá apresentações culturais, com músicas e espetáculos de teatro. O dia 7 começará com uma alvorada festiva e, logo após, os participantes se encontrarão no trevo principal da cidade, de onde seguirão em caminhada até a Sanga da Bica, local da morte de Sepé Tiaraju. Em seguida, haverá um ato público, com a presença de autoridades e movimentos sociais. As atividades incluem diversas celebrações dos indígenas do povo Guarani.


     


    Sepé Tiaraju


     


    Sepé Tiaraju era Corregedor da Redução de São Miguel quando Portugal e Espanha assinaram o Tratado de Madri, de 1750, trocando entre si os Sete Povos das Missões, sob domínio espanhol, pela Colônia do Sacramento, sob domínio lusitano. O tratado obrigava que os missionários das sete reduções jesuíticas que se encontravam no atual território do Rio Grande do Sul se deslocassem para a outra margem do rio Uruguai. Sepé liderou a resistência ao lado de Nicolau Ñenguiru, corregedor da Redução de Santa Maria.


     


    No dia 7 de fevereiro de 1756, na região chamada de Batovi, atual município de São Gabriel, Sepé Tiaraju é morto em combate. Relatos da época dão conta de que o líder guarani foi morto por um golpe de lança dado por um português e, depois, por um tiro de um espanhol. Três dias depois, liderados por Ñenguiru, cerca de 1,5 mil índios são massacrados pelas tropas de Espanha e Portugal.


     


    Entre a morte de Sepé Tiaraju e a expulsão de todos os jesuítas da América do Sul, no ano de 1768, o pensador iluminista Voltaire afirmou que “a experiência cristã das Missões Guaranis representa um verdadeiro triunfo da humanidade”. No ano de 1979, mais de dois séculos depois, a UNESCO, organismo das Nações Unidas para Educação e Cultura, tombou as Ruínas de São Miguel Arcanjo como Patrimônio da Humanidade.


     


    PROGRAMAÇÃO RESUMIDA


     


    DIA 6 DE FEVEREIRO


     


    NOITE – Apresentações teatrais e musicais


     


    DIA 7 DE FEVEREIRO


     


    7 horas – Alvorada Festiva


     


    8:30 h – Concentração no trevo da entrada da cidade de São Gabriel.


     


    9:00 h – Inicio da caminhada até a Sanga da Bica


     


    10:00 h – Chegada no local e inicio da mística pelos povos indígenas


     


    12:00 – Fala das autoridades políticas


     


    13:00 h – Fala dos Movimentos sociais


     


    13:30 h – Encerramento com Celebração Guarani


     


    14:00 h – almoço coletivo


     


    15:00 h – inicio de retorno às comunidades






    Para mais informações:


    Cristiano Navarro – Conselho Indigenista Missionário


    (61) 9979 7059/ 2106 1650 – [email protected]


    Daniel Cassol – Gab. Dep. Estadual Frei Sérgio


    (51) 9944 8407/ 3210 1350 – [email protected]


     

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  • 11/01/2006

    Os Jesuítas no Brasil

     


    Em meados do século XVI, quando o nome Brasil começou a prevalecer sobre o de Terra de Santa Cruz, o cronista João de Barros considerou essa “mudança inspirada pelo demônio, pois a vil madeira que tinge o pano de vermelho não vale o sangue vertido para a nossa salvação”. A familiaridade, da época, com demônios e santos permitiu projetar o bem e o mal na direção certa. Para expulsar demônios e trazer santos padroeiros, enfim, para salvar almas, os jesuítas vieram de Portugal ao Brasil.


    Os inacianos não foram os primeiros missionários na Terra de Santa Cruz. Os franciscanos já vieram antes e trouxeram a experiência missionária de 250 anos da Europa e Ásia; para os jesuítas, que chegaram ao Brasil, não só o país, também a missão como tal era terra incógnita. Mas, que a cultura dos índios era demoníaca, Nóbrega e Anchieta já sabiam pelos seus manuais teológicos, antes de chegar ao Brasil. Pelo sim e pelo não, deixaram sinais indeléveis de sua presença no continente e no país.


     


    1. Três épocas, três prioridades


    Podem-se distinguir três épocas da Companhia de Jesus, respectivamente marcadas pelo viés da missão (1549-1759/1760), da educação (1841/42) e da libertação (a partir de 1965). Todas repercutiram sobre seu projeto de evangelização no Brasil.


    A primeira época começa em 1540, com a Bula de fundação da Companhia, Regimini Militantis Ecclesiae, de Paulo III, e termina com o Breve de Clemente XIV, Dominus ac Redemptor Noster, de 1773, que extinguiu a Companhia de Jesus. No Brasil, essa época corresponde à chegada de Manuel da Nóbrega, como provincial dos jesuítas, e seus companheiros e à expulsão da Companhia com mais de 600 inacianos, por Pombal, da Amazônia e do Brasil, em 1759/1760, deixando aldeias, colégios e paróquias desamparados.


    A segunda época começa em 1814, com a Bula de restauração da Companhia, Sollicitudo Omnium Ecclesiarum, de Pio VII. No Brasil, a restauração inaciana começa a partir de 1841/42, com jesuítas alemães, e também espanhóis vindos da Argentina, no Sul; italianos, no Sudeste; portugueses, a partir de 1910, no Nordeste. É um tempo marcado pela educação nos colégios. Em 1867, é fundado em Itu/SP o colégio São Luís, que hoje funciona no centro de São Paulo. Em Porto Alegre, em 1890, foi fundado o colégio Anchieta. Outros seguiram nas principais capitais. Desde 1940, os inacianos atuam também no campo do ensino superior com a PUC do Rio de Janeiro, a Faculdade São Luís, em São Paulo, a UNICAP, em Recife/PE, e a UNISINOS, em São Leopoldo (RS). Em 1929, assumiram a recém-criada Prelazia de Diamantino (MT), com um vasto território de 107.495 Km2. Recomeçaram desde então um trabalho indigenista que, a partir dos anos 60, sofreu profundas transformações.


    O início da terceira época está marcado pela eleição, em maio de 1965, do basco Pedro Arrupe (1907-1991) para superior geral da Companhia de Jesus. Depois de sua eleição, Arrupe aproveitou a última sessão do Concílio Vaticano II (1962-1965) para intervir nos debates sobre a justiça no mundo e os desafios da inculturação. No Brasil, corresponde essa época à reformulação profunda do trabalho missionário junto aos povos indígenas, que envolveu, na época, muitos jovens jesuítas, não só na definição dos rumos do Conselho Indigenista Missionário (Cimi), fundado, em 1972, mas já antes, na reorganização de sua própria missão indígena de Utiariti, no interior da Prelazia de Diamantino (MT). Muitos dos primeiros membros do Cimi, sobretudo leigos, vieram desta efervescência indigenista de jovens inacianos no centro e no sul do país.


    Um destes jovens indigenistas era Vicente Cañas, Irmão jesuíta de origem espanhola. Em 1974, Cañas participou dos primeiros contatos com os Enawene-Nawe, no rio Juruena. Nos últimos 10 anos de sua vida, viveu profundamente inserido na vida desse povo. No processo que levaria, em 1996, à demarcação do território dos Enawene-Nawe, foi assassinado e encontrado morto só um mês depois, em 16 de maio de 1987, ao lado do seu barraco na margem esquerda do rio Juruena. Contrariando com sua presença a cobiça por terra e madeira, Vicente sabia que estava jurado de morte. Os próprios índios o haviam alertado: “Te cuida. As picadas dos jagunços já estão perto do teu barraco”.


    Por causa do assassinato de Vicente Cañas, foram indiciados mandantes e executores do crime. Até hoje, nenhuma condenação. Em 1989, durante o processo da perícia pelo IML, em Belo Horizonte, o crânio do Ir. Vicente desapareceu misteriosamente. Depois foi encontrado por um engraxate de sapatos, numa caixinha que declarava seu conteúdo, perto da rodoviária de Belo Horizonte, fato até hoje não explicado.


     


    2. Nóbrega e Anchieta


    Em 1549, Manoel da Nóbrega, um jovem jesuíta com 31 anos, aporta, na armada do primeiro Governador Geral do Brasil, Tomé de Sousa, com mais de 1000 homens entre soldados, funcionários, 400 degredados, na Bahia. Na Europa, Nóbrega, por ter sido gago, foi duas vezes preterido em concursos acadêmicos. No Brasil, sem o dom da língua, tornou-se o missionário do aportuguesamento.


    Diferentemente de Nóbrega, Anchieta tinha o dom da língua. Escreveu em espanhol, língua de sua pátria, em português para os colonos, em tupi para os índios e em latim para os eclesiásticos. Depois de três anos no Brasil, onde chegou em 1553, com 19 anos, já tinha composto uma gramática que serviu para o ensino do tupi nos colégios da Companhia.


    Com a experiência de nove anos de catequese no Brasil, Nóbrega elaborou um “Plano Colonizador” para disciplinar o “mais vil e triste gentio do mundo”. Com esse plano deve-se ganhar “muitas almas” e “muito ouro e prata”. Por falta de sujeição, pouco se pode fazer na conversão do gentio. Sujeitar os índios significa “fazendo-lhes guardar a lei natural”, proibir a poligamia, a nudez e o nomadismo e retirar os feiticeiros das aldeias. Para o abastecimento do Colégio da Bahia, Nóbrega pede “duas dúzias de escravos de Guiné” e para a Igreja encomenda “sino”, “relógio” e “campas” (n. 27). A civilização transforma o tempo desordenado de ócio, em tempo cronometrado para a oração e o trabalho.


     


     


    Ao atravessar o Equador, quase 150 anos mais tarde que Nóbrega, no dia 22 de fevereiro de 1691, o jesuíta Antônio Sepp anota em seu diário: “Costuma-se mudar tudo sobre o equador. (…) A agulha magnética da bússola, porém, não se desloca. Também aqui no Paraguai ela aponta fiel e exatamente para a Estrela Polar. (…) A diferença está toda em nós mesmos, que precisamos modificar nosso conceito. Quando é meio-dia na Europa, é meia-noite aqui entre nós. (…) Em dezembro e janeiro, quando na Europa tudo gela, comemos figos e colhemos lírios. Numa palavra, tudo aqui é diferente, e está a cunhar a expressão, chamando a América de ‘mundo às avessas’. (…) No dia 28 de fevereiro entramos para o jejum quaresmal, aliás de acordo com o calendário, e não com a realidade”.


     


     


    Como organizar calendários supostamente universais de acordo com a realidade, ao mesmo tempo cosmológica e local? Como aprender que o “mundo às avessas” é apenas um mundo culturalmente diferente? Como transformar o imaginário do visitante para que caiba nele o “bárbaro” como outro e o outro como irmão? Essas pergunta surgirão, provavelmente, só mais tarde, na cabeça de um Vicente Cañas, cujo crânio foi encontrado pelo engraxate de Belo Horizonte, numa caixa que parecia ser de sapatos.


     


    3. O mito do jesuíta “língua”


    Em sua “Breve informação do Brasil”, de 1584, Anchieta caracteriza a situação lingüística que os missionários enfrentam, como unidade atravessada por uma grande diversidade: “Todo este gentio desta costa, que também se derrama mais de 200 léguas pelo sertão, e os mesmos Carijós que pelo sertão chegam até às serras do Peru, têm uma mesma língua que é grandíssimo bem para a sua conversão”. Além da gramática tupi, Anchieta elaborou também um vocabulário em tupi, uma Doutrina Cristã e um Catecismo. Mas, no Brasil indígena se falava ainda muitas outras línguas. A maioria dos missionários não falavam nenhuma dessas línguas.


    Uma solução para a questão das línguas veio de alguns civis que passaram um bom tempo no meio dos índios e ofereceram seus conhecimentos dos costumes e da língua aos missionários. Neste grupo teve particular importância o náufrago Diogo Álvares Correia, o Caramuru, que, por volta de 1510, chegou às costas da Bahia. Viveu por muito tempo no mundo indígena e se tornou o tradutor das primeiras orações.


    Outra solução veio de pessoas com experiência entre os índios, que se integraram à Companhia, como vocações adultas. Logo depois de sua chegada ao Brasil, Nóbrega mandou o padre Leonardo Nunes e o Irmão Diogo Jácome à Capitania de São Vicente. O padre Nunes teve um empenho especial no campo de vocações adultas para a Companhia. Um dos primeiros que ele recrutou foi Pero Correia, colono aventureiro, desde 1534 no Brasil. Em carta ao provincial de Portugal, Correia pede livros para poder estudar as coisas elementares da fé, “porque meu estudo neste mundo nunca foi para servir a Deus, mas para ofendê-lo”. Outra vocação adulta conquistada por Nunes foi Manuel de Chaves, com uma longa experiência no país, antes da chegada dos jesuítas. Ainda em 1550, Correia e Chaves foram aceitos na Companhia. Outros seguiram. Em geral eram excelentes “línguas”, mas tinham pouco ou nenhum preparo teológico para seu trabalho catequético.


    Uma outra solução para a questão da língua foram as crianças, e, sobretudo, órfãos vindos de Portugal. Impressionaram com seus cânticos catequéticos, aprenderam tupi e ensinaram noções de português aos coleguinhas nativos. Um pouco mais tarde, os órfãos foram encarregados de servir como intérpretes nas confissões. Esses tradutores, segundo Nóbrega, produzem bons resultados sem causar “nenhum prejuízo ao sigilo da confissão”.


    Na Bahia, quando o padre João de Azpilcueta Navarro estava no sertão, nenhum padre na cidade falava tupi. E Navarro faleceu cedo, em abril de 1557. Em 1560, não havia mais do que dois ou três sacerdotes jesuítas que conseguiram conversar fluentemente com os índios. A este respeito, o padre António Pires escreveu aos seus ex-colegas do Colégio de Coimbra que o novo provincial, o padre Luis da Grã, que chegou em agosto de 1560 ao Brasil, “deu ordem a que todos os Irmãos se dessem a aprender a língua, coisa que até ali ninguém havia feito”.


    Ainda em 1585, Manuel Viegas que falava tupi e maromomi, lamenta a situação precária do aprendizado da língua dos colegas. Viegas agradece ao padre Geral Aquaviva, porque ordenou (…), que todos aprendam a língua da terra, e a “nenhum consente que se ordene de ordens sacras (…) sem que primeiro saibam e aprendam a língua da terra”. A língua, adverte o padre Viegas, é mais importante que a teologia. “Quem nesta terra sabe a língua dela é aqui teólogo. E muitos padres, que vêm de lá teólogos, nos dizem que, se pudesse ser, dariam metade da sua teologia pela língua. E eu digo a V. P. que não darei a minha língua por toda a sua teologia”.


    Quase um século mais tarde, Antônio Vieira (1608-1687), em seu Sermão da Epifania, aponta entre as dificuldades para a catequese dos índios a questão lingüística. “Na antiga Babel houve setenta e duas línguas; na Babel do rio das Amazonas já se conhecem mais de cento e cinqüenta, tão diversas entre si como a nossa e a grega; e assim, quando lá chegamos, todos nós somos mudos e todos eles surdos”.


     


    4. Catequese em Piratininga


    As experiências iniciais da catequese mostraram que a região de beira-mar, com a presença de aventureiros e donos de escravos, e com a fragilidade da lei, não era propícia para a conversão dos índios. Nóbrega escolheu para esse objetivo a Capitania de São Vicente, e nela fundou Piratininga. Próximo ao rio Tietê, na confluência dos rios Tamanduateí e Anhangabaú, instalou-se a missão no meio de 12 aldeias indígenas. Em 25 de janeiro de 1554, no dia da conversão de São Paulo, apóstolo dos gentios, foi inaugurada a “Casa de Piratininga”. As atividades missionárias nessa casa eram diversificadas. O catecismo e as primeiras letras foram ensinados para as crianças indígenas, que moravam nas casas de seus pais ou parentes. Aprenderam também como cantar e servir na missa. Os inacianos perceberam cedo o fascínio dos índios pela música e festividade litúrgica. Por isso, as entradas dos missionários nas aldeias foram precedidas por uma procissão, com canções e danças das crianças. A alegria do cenário contrastou com a severidade da mensagem. Com algumas orações elementares, com as canções e os maracás das crianças, os missionários correram de aldeia em aldeia. Em seus sermões, traduzidos pelos “língua”, falavam dos mistérios principais, da devoção da cruz, da ameaça do juízo final e de alguns episódios da vida de Jesus.


    Na escola de Piratininga, os meninos índios são “bem instruídos em leitura, escrita e em bons costumes”, de maneira que já “aborrecem muito os costumes de seus pais”, relata o mestre Anchieta da altura dos seus 21 anos. Para a abolição das festas antropofágicas, profundamente enraizadas na cultura tupi, Anchieta considera a demonstração de força indispensável. Cinco anos mais tarde, relata ao Geral da Companhia como os irmãos de Piratininga batizaram dois cativos, antes de serem sacrificados pelos índios. No terreiro “chega-se o que o havia de matar, usando primeiro de suas cerimônias e ritos. Diz-lhe a palavra solene: Morrerás!” Os Irmãos intérpretes, que acompanham o padre Afonso Braz, participam do ritual. Batizam a vítima. Contracenam com o matador e seu “morrerás”, gritando, através do língua: “viverás!”, e carregam depois o morto para a Igreja de Piratininga. Os índios, escreve Anchieta, já não comem mais carne humana, como antigamente. O ritual tupi já foi transformado. A catequese de Piratininga exige dos índios abandonar sua tradição cultural. O convertido é um ex-índio, relata Anchieta satisfeito: “Está conosco um principal dos índios chamados Carijós (…). Digo-vos, caríssimos Irmãos, que é um mui bom cristão, homem mui discreto e nem parece ter coisa alguma de índio”.


    Voltando um século mais tarde para a Bahia, quase na hora da expulsão dos jesuítas, encontramos a capital do Brasil numa certa prosperidade que dependia da mão-de-obra dos escravos que trabalhavam nos engenhos de açúcar. A Bahia é um retrato daquele Brasil, onde o escravo negro era considerado uma necessidade e o índio um estorvo. A Companhia não se opôs à escravidão negra. Participou dela, como outras ordens religiosas, e prosperou. Viajantes descrevem a Igreja dos inacianos pomposa, revestida de mármore da Europa.


     


    5. Do Norte ao Sul


    A presença dos jesuítas na Amazônia se dá quase um século mais tarde que na Bahia e em Piratininga. Os primeiros inacianos chegaram à Amazônia provenientes de Quito, emissários do Vice-Reinado de Peru e de El-Rei da Espanha. Pelo Tratado de Tordesilhas (1494), pertencia todo o curso do Amazonas à Espanha. Somente no século XVII, a linha divisória avançou em favor dos portugueses para além da confluência do Rio Negro. No vai e vem desta época se situa a expedição de Pedro Texeira, de Belém a Quito (1637/38) e a descida do jesuíta Samuel Fritz de Quito a Belém (1689/90). A presença jesuítica a serviço de Portugal começa em 1639, quando chegou do Ceará o padre Luis Figueira, visitando os rios Tocantins, Pacajá e Xingu. Treze anos mais tarde, no meio de um tumulto dos colonos, que se revoltaram contra uma nova lei que proibia a escravidão dos índios, chegam os padres João de Souto Maior e Gaspar Fragoso em Belém. Lá construíram uma modesta palhoça e fundaram, mais tarde, o Colégio de Sto. Alexandre. Imediatamente, o padre Souto foi obrigado a assinar um termo na Câmara de não intervir na questão dos escravos índios e nem pretender administrar os “índios livres”. Do Norte ao Sul, colonos de olho no lucro pela mão-de-obra de índios escravizados, se articularam contra os jesuítas. De Piratininga-São Paulo, os inacianos já foram expulsos em julho de 1640. Quando voltaram 13 anos mais tarde, tiveram que restringir a sua presença ao Colégio e abrir mão da assistência aos índios.


    Em janeiro de 1653, Antônio Vieira chegou em São Luis, onde encontrou o mesmo clima de hostilidade como seus companheiros em Belém e São Paulo. Como superior das missões do Maranhão, fez concessões; reconheceu causas legítimas de escravidão e admitiu os “escravos do Estado”. Mesmo assim foi hostilizado. Foi obrigado a embarcar para Lisboa, de onde volta com mais poderes. Com sua tropa de 20 companheiros, organizados em redor de 11 aldeias no Maranhão, 6 no Pará, 7 no Tocantins e 28 no Amazonas, luta contra aqueles que não queriam aceitar as novas leis. Os habitantes de Gurupá, que fizeram do tráfico indígena sua principal fonte de sustento, prenderam dois jesuítas e os mandaram voltar ao Pará. “Temos contra nós o povo, as religiões, os donatários das capitanias-mores e, igualmente, todos que nesse reino e neste Estado são interessados no sangue e suor dos indígenas”, escreve Vieira, em 1655.


    Mesmo com essas dificuldades, a Companhia conseguiu avançar no seu objetivo. Os missionários sobem os rios Xingu e Tapajós. Vieira reduz os Nheengaibas. À Câmara de Belém, expõe o balanço positivo dos últimos anos: mais de 3000 índios livres e 1800 cativos; pelo resto, somente escravos de Angola podiam solucionar o problema da mão-de-obra.


    Em 1680, Vieira conseguiu em Lisboa novas reformas legais, favoráveis aos índios e à Companhia. Mas, os novos decretos produziram insatisfação geral. O fazendeiro Manuel Beckmann, do Maranhão, soube articular um levante contra os jesuítas. A esperança de conseguir índios escravos mobilizou os colonos: prenderam autoridades civis e militares, expulsaram os jesuítas novamente, destituíram o governador e selaram a vitória com um Te-Deum na Matriz (1684). Punidos os responsáveis do levante, os jesuítas foram reconduzidos aos colégios e às missões. Através do Regimento das Missões, de 1686, consolidaram sua atuação, juntando ao governo espiritual também o temporal e político das aldeias.


    O Tratado de Madri, de 1750, e o envio de Francisco Xavier de Mendonça Furtado, irmão do poderoso Marquês de Pombal, como governador-geral do Norte, mudaram radicalmente o cenário das missões jesuíticas.


     


    Na Amazônia, o Tratado de Madri, de 1750, e seus ajustes posteriores, reconheceram a expansão das fronteiras do domínio português. No Sul, legalizaram uma permuta da Colônia do Sacramento que era dos lusos, pelo território dos Sete Povos das Missões dos espanhóis, na margem esquerda do rio Uruguai. Aos moradores da Colônia do Sacramento foi facilitado o transporte dos seus pertencentes à terra nova ou  permitido a permanência na Colônia onde se tornariam vassalos de Espanha. O Tratado de 1751, art. 14, determinou que os 30 mil guarani e os missionários tinham que evacuar as “povoações da margem oriental do rio Uruguai totalmente” e procurar outras terras do domínio espanhol. Lusos, espanhóis e guarani não aceitaram tentativas de mediação da parte dos jesuítas. De 1753 a 1756, os guarani, liderados por Sepé Tiaraju da Redução de São Miguel, resistiram ao exército lusos-espanhol com o grito: “Esta terra tem dono!”. No dia 7 de fevereiro de 1756, caiu Sepé juntamente com mais de 1.500 guerreiros guarani. A maioria dos sobreviventes abandonou as Missões e se refugiou na margem direita do rio Uruguai. Os jesuítas, pela administração política considerados uma espécie de bode expiatório para todos os males da Colônia, foram expulsos, da América portuguesa, em 1759, da espanhola, em 1767.


     


    Depois do Tratado de Madri, tratava-se de assegurar as fronteiras, para que no Norte não se repetissem os acontecimentos do Sul, onde índios das Missões enfrentavam as tropas espanholas e portuguesas (1753-56). Para cumprir essa tarefa, o novo governador-geral Francisco Xavier de Mendonça Furtado, irmão do primeiro-ministro Sebastião José de Carvalho e Mello, o Marquês de Pombal, tomou todas as providências. As questões das fronteiras, dos índios, das Missões e do comércio tinham uma conexão lógica. Em nome da liberdade dos índios, Pombal mandou atacar o poder temporal dos religiosos nas aldeias. As missões são transformadas em paróquias, os missionários em párocos.


    O Diretório das Missões, de 1757, substituiu o poder temporal dos missionários pelo poder temporal do diretor dos índios que como tutor acumulou todos os poderes nas antigas aldeias e, segundo Tavares Bastos, se tornou o ladrão oficial dos índios. Os índios pagam a sua liberdade declarada com o dízimo ao Estado e com o sexto ao diretor. Foi estabelecido o serviço obrigatório dos índios para os colonos por um determinado pagamento. Os inacianos rejeitaram o papel de pároco da aldeia. Pouco tempo depois, a tentativa de assassinato do rei D. José Manuel, serviu de pretexto para o decreto de expulsão dos jesuítas (3.9.1759). No século que seguiu à “emancipação pombalina” dos índios e à expulsão da Companhia de Jesus, os índios, que eram maioria na Amazônia e nos Sete Povos do Rio Grande de São Pedro, se tornaram minoria.


     


     


    Paulo Suess, Assessor de Teológico do Cimi






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