26/01/2007

CIMI INFO-BRIEF 748

 


Die Guarani-Kaiowá warten auf Genehmigung einer Beerdigung


 


Die Rückgewinnung der Fazenda Madama am 6.01. in der Region Amambaí (MS) wurde von privatem Sicherheitspersonal im Auftrag von Fazendeiros gewaltsam beendet. Die 70-jährige Kuretê Lopes starb dabei an einer Schussverletzung, eine andere India wurde verletzt. Die Guarani-Kaiowá warten nun auf eine richterliche Entscheidung, um Kuretê Lopes im traditionellen Gebiet Kurusu Ambá, dem Ort ihrer Ermordung, beerdigt werden kann.


 


Den Antrag zur Genehmigung der Bestattung hat Dr. Charles Pessoa von der Bundesstaatsanwaltschaft heute an die Bundesjustiz von Ponta Porã gestellt, da der Kommissar der Bundespolizei, der die Tat untersucht, aus Angst vor weiteren Konflikten die Beerdigung nicht erlaubte.


 


Die Bundespolizei führt eine Untersuchung zur Aufklärung der Taten durch. Am 12.01. werden drei Personen der Sicherheitsfirma in Ponta Porã einvernommen. Laut Kommissar Fresna haben „schwer bewaffnete Viehtreiber und Sicherheitskräfte“ die Vertreibung vorgenommen.


 


Bei einer Versammlung, die auf Betreiben des Landesabgeordneten Pedro Kemp (PT-MS) stattfand, bestätigte die Leitung der Bundespolizei in Mato Grosso do Sul, es gebe Hinweise auf die Urheber des Gewaltaktes. Der Abgeordnete forderte mehr Beobachtung der Aktivitäten von Sicherheitsfirmen, die Fazendeiros zum Schutz von Besitz verpflichten.


 


Die Justiz selbst in die Hand genommen


Es liegt kein Antrag auf Reintegration von Besitz vor, der einen Abzug der Indios mit Hilfe der Polizei anordnen könnte.


 


Immer wieder werden Indios von Sicherheitskräften im Auftrag von Fazendeiros ermordet. Am 24.12.2005 wurde Dorvalino Rocha in Ñanderu Marangatu getötet. Pistoleiros haben infolge eines Landkonflikts im Juni 2006 Dorival Benitez erschossen.


 


 


Rückkehr der Bororo in ihr Gebiet gewaltsam verhindert


 


Das Gebiet Jarudori der Bororo in der Gemeinde Poxoréu (MG) ist homologiert und registriert. Dennoch erheben Invasoren Anspruch und verhindern durch Drohungen und Gewalt die Rückkehr dieses Volkes in ihr Gebiet.


 


Im zweiten Halbjahr 2006 hat die Kazika Bororo Maria Aparecida Toro Ekureudo auf einem verlassenen Gebiet eine neue Aldeia gegründet, danach folgten wiederholte Drohungen. Am 5.12.2006 hat die Gruppe eine Morddrohung bei der Bundesstaatsanwaltschaft in Cuiabá angezeigt. Am 26.12. morgens gab es einen Anschlag auf João Osmar, den Schwiegersohn der Kazika.


 


Unterwegs mit der Milchlieferung an die Molkerei baten zwei Männer um Mitfahrgelegenheit. Ein Motorrad fuhr dem LKW hinterher. Außerhalb des indigenen Gebietes übergossen die Männer das Fahrzeug mit Benzin und setzten es in Brand. Tags darauf wurde João Osmar rund 20 km vom Ort des Anschlags entfernt gefunden. Er hatte zwar nur einige Abschürfungen, stand aber unter großem Schock.


 


Laut Pressestelle der Staatsanwaltschaft in Cuiabá hat die Bundespolizei Untersuchungen eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen sind, da ob der Angriff in Zusammenhang mit einem Landkonflikt oder mit anderen Missverständnissen stehe.


 


Für CIMI Regional Mato Grosso steht fest, dass der Mordversuch „die Folge des Landkonflikts ist. Es müssen Maßnahmen zum Schutz des Opfers getroffen werden.


Die Bororo können nicht ständig unter Druck leben“, heißt es in einem Brief des Vize-Koordinators von CIMI, Mario Bordignon und er kritisiert die FUNAI der Region. Ein Funktionär des Organs habe den Indios gesagt, sie sollen „Jarudori vergessen“ und dass die „Bororo nicht mehr Land brauchen“.


 


Brasília, 11. Januar 2007


Cimi – Indianermissionsrat

Fonte: CIMI
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